Die Samtgemeinde Borgloh, Ortsteil Borgloh



Borgloh wird erstmals urkundlich 1068 als "Burcla" erwähnt und ist somit der älteste urkundlich erwähnte Ortsteil.

Der Name "Borgloh" leitet sich vermutlich von dem bewaldeten Höhenzug ab, der heute "Kleebrink" und "Kervel" heißt.

Das alte Borgloh wurde etwa zur Zeit Karls des Großen als befestigter Meyerhof angelegt und befand sich cas. 2 Kilometer nördlich vom heutigen Standort am Fuße des Holterbergs. Es befand sich im Tale des Königsbachs zwischen den früheren Rittergütern Haus Borgloh und Klein Dratum. Der Name wurde vermutlich vom älteren Gut Haus Borgloh übernommen.Später wurde auf dem Meyerschen Besitz eine Kirche gebaut, die den Namen des Hofes übernahm. Die Stelle der alten Kirche war noch bis vor wenigen Jahren gekennzeichnet durch eine alte Klause. Der jetzige Besitzer ließ vor einigen Jahren den alten Kirchhof abtragen.

Nun entstand nördlich des Königsbaches, das alte Kirchdorf Borgloh.


Der Hof und die Kirche brannten jedoch vermutlich um das Jahr 1200 durch eine schreckliche Feuersbrunst nieder. Der Meyerhof ist wieder aufgebaut worden, aber die anderen Bewohner zogen auf den Berg, dahin, wo der alte steinerne Wachturm stand, der auf Befehl des Kaisers Barbarossa gebaut sein soll.


An diesen Barbarossaturm bauten sie um 1230 ihre neue Kirche, die heutige Dorfkirche, und gründeten das neue Borgloh. Erwähnt wird das jetzige Borgloh erstmals 1339.




Eingebettet in eine liebliche Hügellandschaft des ersten Ausläufers des Teutoburger Waldes, der beim Hankenüll von der Hauptkette abzweigt und mit dem Harderberg vor Osnabrück endet, ist nun schon von weitem der wuchtige Turm der Pankratius Kirche zu sehen. Dieser Ausläufer, der sich in zahlreiche Einzelberge gliedert, hat die tiefsten Einschnitte in dem Tal des Aubaches und dem des Königsbaches, nördlich und südlich vom Dorf Borgloh.


Der stetige Wechsel von Berg und Tal, die schattigen Buchenwälder auf den Höhen und in den Tälern in unmittelbarer Nähe des Ortes, die sich wellenförmig aneinander reihenden Felder und Wiesen, die zahlreichen Quellen und Bäche, das alles bietet auf Schritt und Tritt ein reichhaltiges Bild.


Südlich des Dorfes erhebt sich der 166 Meter hohe Hollenberg, der im Westen vom Gersberg und danach vom Strubberg abgelöst wird. Vom Strubberg hat man eine herrliche Weitsicht über Borgloh hinweg bis zu den Lipper Bergen und der Porte Westfalica. Dem Hollenberg gegenüber sieht man nördlich den Holterberg.


Der Hollenberg von der Straße nach Eppendorf aus gesehen                      Von Eppendorf: rechts der Hollenberg, links der Gersberg


Einer der ältesten Erwerbszweige war der Bergbau. Nachweislich wurde schon im 15. Jahrhundert Kohle abbgebaut. Als besonderer Förderer dieses heimischen Industriezweiges galt Bischof Ernst August II. Der größte Teil der Förderung wurde mit dem Pferdewagen zum Salzwerk Rothenfelde transportiert, wo mit Hilfe Borgloher Kohle Salz gesiedet wurde.


Blick vom Gersberg Richtung Holter Berg, Wiehengebirge                           Die Borgloher Schweiz, im Vordergrund Bauer Hehenkamp


In der Neuzeit wurde die Förderung immer unrentabler und man musste 1890 die Grube schließen. Nach dem ersten Weltkrieg allerdings erlebte der Bergbau in Borgloh seine Wiederauferstehung. Da der Abbau aber problematisch und die Qualität schlechter und teurer als zum Beispiel die der Ruhrgebietskohle war, sah man sich gezwungen, die Grube 1924 erneut zu schließen.

Nach dem zweiten Weltkrieg entsann man sich erneut der Borgloher Grube. Da die Flöze bis an die Oberfläche reichten, "buddelten" viele Privatleute nach Kohle, um diese eventuell gegen Lebensmittel einzutauschen. Da es sich bei der Borgloher Kohle aufgrund ihrer Zusammensetzung um reine Industriekohle handelte, wurde ab 1952 die gesamte Förderung an die Firma Dyckerhoff in Lengerich geliefert. Als dieser Kunde wegbrach und es zudem Probleme mit dem absinken des Grundwasserspiegels gab,wurde 1963 die Kohleförderung eingestellt.


Text teilweise aus "Borgloh, seine Geschichte und Geschichten", von Bernhard Feige.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors.