Carl Fabian, ein Leben für das Ehrenamt

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an den unscheinbaren Herren, der mit Zeichenblock und Stift die Landschaft skizzierte und stets höflich und zurückhaltend auftrat.

Genau, ich spreche von Carl Fabian. Doch wer war eigentlich Carl Fabian?


Geboren wurde er am 4. November 1896 als ältestes von 12 Kindern des späteren Eisenbahnzugführers Franz Fabian in der alten freien Bergstadt Tarnowitz (Oberschlesien).

Seine Laufbahn des Markscheide-Steigers (Markscheider = ein im Bergwerk tätiger Vermessungsingenieur) wurde bei Ausbruch des 1. Weltkrieges durch den Eintritt in den Berghoheitsdienst (Kgl. Bergrevieramt Tarnowitz) am 1. Oktober 1914 abgelöst.

Nach Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg war Carl Fabian weiterhin im Bergbau tätig. Nach Ende des zweiten Weltrieges, und Entlassung als Invalide aus russischer Gefangenschaft, war er für den Bergdienst allerdings untauglich und musste in den Ruhestand versetzt werden.


Sich schweren Herzens mit den Gegebenheiten abfindend, entdeckte er seine künstlerische Ader und schuf eine Unmenge an Zeichnungen, Holzschnitten, aber auch Publikationen.

Borgloh vom Hollenberg aus gesehen, Zeichnung Carl Fabian


Dank seiner vielseitigen Fähigkeiten, seinem Idealismus und seiner Treue hat er sich das Vertrauen sowohl der einheimischen als auch der Vertriebenen erworben. Er sah sich schon bald in den Ehrendienst der Gemeinde gestellt, zunächst mehrere Jahre im Gemeindeparlament und dann mit dem Amt des Schiedsmannes betraut. Bei seinen Schicksalsgefährten war er, der Samtgemeindevorsitzende stets bemüht, einen Ausgleich zu finden, zwischen der verlorenen und der neuen Heimat, die Ihm und seinen Landsleuten zur beständigen Bleibe geworden war.

Er stellte sich als Vorsitzender des BdV (seit 1948), als Schatzmeister im CDU-Ortsverband (seit 1950), als Geschäftsführer des VdH-Ortsverbandes, als 2. Vorsitzender im Reichsbund Borgloh zur Verfügung. Ferner war er aktives Mitglied des MGV 1896, der "Musica sacra" und des Schützenvereins von 1635, der seit dem Jubeljahr 1955 das von ihm geschriebene und vertonte Schützenlied singt.


Das Schützenlied der Borgloher Schützen




Darüber hinaus bemühte er sich mit großer Menschen- und Sachkenntnis, strittige Angelegenheiten in der Bevölkerung mit Erfolg auszugleichen.

Gestorben ist Carl Fabian 1972 im Alter von 76 Jahren. Er liegt auf dem Friedhof in Borgloh begraben.