Gaststätten und Hotels, Früher und Heute

Möchte man sich auf ein Bier am Abend verabreden, so ist die Auswahl der Lokalitäten heutzutage äußerst übersichtlich.


Von den ehemals 22 Gaststätten die es in der damaligen Samtgemeinde gab, ist gerade mal eine Handvoll an Lokalitäten übrig geblieben.


Ging man in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts am Abend "auf ein Bier" aus dem Haus und kehrte auf dem Weg vom Ortseingang bis zum Ortsausgang des Dorfes in jede Wirtschaft ein, so konnte bei Verzehr eines sogenannten Gedeckes (Bier und Korn) der Alkoholpegel durchaus als ausreichend bezeichnet werden.


Der als Kampftrinken deklarierte "Zug durch die Gemeinde", also eine Ausweitung in die angrenzenden Ortsteile, war rein trinktechnisch damals nicht zu leisten, es sei denn, man nahm den totalen Verlust der Muttersprache, sowie eine völlige Desorientierung, also eine Alkoholvergiftung in Kauf.


Heute (2012), wird einem die Entscheidung "wo gehen wir hin?" relativ leicht gemacht, da im Ort selbst nur noch drei Gaststätten übrig geblieben sind.

Übernachtungsmöglichkeiten? Fehlanzeige!

Dabei zeigt eine Aufstellung aus dem Jahre 1949, dass es in der ehemaligen Samtgemeinde immerhin 31 Betten gab. Die Gemeinde Borgloh-Wellendorf sollte zu der damaligen Zeit ganz massiv beworben werden, um den Tourismus auch in diese Region zu bringen. Außerdem sollte die Aufnahme ins Deutsche Hoteladressbuch erfolgen.


Übersicht der Unterkünfte 1949


Folgende Beherbergungsbetriebe stehen zur Verfügung:


Hotel Greive
Gasthof Böert
Pension Villa Strubberg
Gasthof zum Bahnhof (Tepe)
Gasthof zum kühlen Grunde
5 Betten
4 Betten
12 Betten
4 Betten
6 Betten
Borgloh
Borgloh
Borgloh
Wellendorf
Uphöfen


Übersicht der Gastwirtschaften in den sechziger und siebziger Jahren


Borgloh


Inhaber Name Info
Ewald Meyer
Greive (Schürmeyer-Greive) Altes Gasthaus Greive
Johannes Brörmann Zur Spitze
Josef Thiemeyer Gaststätte Lindenhof
Hans Spilker Gastwirtschaft Spilker-Peistrup Heute Ostendarp, Gaststätte Keglereck
Böert Nach Böert Willmann. Die Gaststätte war das ehemalige Hotel Masbaum
Hilde Wiemeyer Rauputz-Deele Später Zappe
Mergelmeyer
Hubert Meyer Borgloher Imbiss Später Szpadzinski
Anton Redecker

Allendorf


Inhaber Name Info
Buschermöhle Interessant hier,dass es bei Buschermöhle einen elektronischen Kegelautomaten gab. Eine Scheibe wurde über eine Fläche geschoben und ließ die getroffenen elektronischen Kegelpuppen umfallen. Die Größe des Gerätes entsprach einem Flipperautomaten.
Baumann

Ebbendorf


Inhaber Name Info
August Kuhlmann Zur Wolfsquelle Bei Kuhlmann gab es eine Kegelbahn. Im Ausschank: Wicküler Pils.
Franz Honerkamp Hier bestand die Möglichkeit, den schieren Korn auch in unkonventionellen Gefäßen und in der gewünschten Menge mit nach Hause nehmen zu können.

Eppendorf


Inhaber Name Info
Wilhelm Haake
August Habighorst
Nülle

Uphöfen


Inhaber Name Info
Willi Mergelmeyer Zum kühlen Grunde

Strubberg


Inhaber Name Info
Tewes Villa Strubberg Hier gab es einen großen Biergarten in dem die Blaskapelle so manches Konzert gab.
Schomäker Zur romantischen Aussicht Bei Schomäker gab es einen Saal auf dem so manche Hochzeit, Silberhochzeit oder sonstige Familienfeier gefeiert wurde.
Nülle Zum Wicküler

Wellendorf


Inhaber Name Info
Arnold Geile Teutorast Wirtschaft mit Saalbetrieb.
Wilhelm Bröker
Schürmann
Tepe Zum Bahnhof Heute Tepe-Boßmeyer

Und was ist geblieben?


Inhaber Name Info
Thiemeyer Zur Lindenwirtin Borgloh, Am Thie, Wirtschaft mit Saalbetrieb
Ostendarp Keglereck Borgloh, Haupstraße, Wirtschaft mit Kegelbahn
Yetkin Hasan Bistro Familia Borgloh, Haupstraße, Wirtschaft (ehemals Böert, Willmann)
Kuhlmann Zur Wolfsquelle Ebbendorf
Pohlmann Bischofs Hof Eppendorf, Am Bruchbach, Hofcafe und Aparthotel
Doris Werries Teutorast 68 Wellendorf
Tepe-Boßmeyer Am Bahnhof Wellendorf, Rothenfelder Straße,. eröffnet 1903

Gaststätten und Hotels, Geschichte der einzelnen Lokalitäten

Böert, Familia

Wohl kaum eine andere Gaststätte hat im Laufe der Zeit so viele Besitzer und Pächter gehabt, wie das alte Gasthaus Böert.


Das Haus war im Mittelalter Teil einer so genannten Kirchenburg. Diese Häuser wurden von den Bauern, deren Gehöfte weit verstreut und daher schutzlos waren, als zusätzlicher Speicher rund um die Kirche angelegt.


Als Gasthaus wird es erstmalig im 19. Jahrhundert (um 1825) erwähnt und ein Johann Matthias Harig (1782 - 1856) wird als Gastwirt genannt. Dieser hatte das Haus von seinem Schwager David H. Heilmann für 1310 Reichsmark gekauft. Dessen Sohn Johann Hermann Ferdinand Harig heiratete die Bissendorferin Catharina Maria Clausmeyer. Er starb schon mit 42 Jahren und seine Frau heiratete 1859 den Tierarzt Eduard Niemann. Aus der Ehe gingen 6 Kinder hervor von denen das vierte, ebenfalls mit Namen Catharina Maria 1887 den aus Voxtrup stammenden Bernhard Hermann Masbaum heiratete, der auf diese Weise Inhaber des Niemannschen Gasthauses wurde. Von nun an nannte sich das Haus "Hotel H. Masbaum".






Das Hotel Masbaum um 1900


Der einzige Sohn aus dieser Verbindung fiel im 1. Weltkrieg, und so erbte die älteste Tochter die Wirtschaft. Sie heiratete 1919 Georg Heinrich Anton Dütemeyer aus Hankenberge. Dieser verspürte aber absolut keine Lust, in Borgloh hinter der Theke zu stehen. So verpachtete er das Lokal an seinen Schwager den Gastwirt Philipp Steinbach der mit der Masbaumtochter Else verheiratet war.


Nach nur zwei Jahren zogen die beiden wieder fort und Martin Schwertmann wurde der Nachfolger. Dieser führte das Haus bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts weiter. Danach verpachtet Georg Heinrich Anton Dütemeyer die Gastwirtschaft an den Pferdehändler Franz Böert aus Dratum, der das Haus 1936 schließlich kaufte. Franz Böert war mit Elisabeth Spreckelmeyer aus Allendorf verheiratet mit der er zwei Kinder hatte. Nach dessen Tod führte Elisabeth das Gasthaus bis 1959 weiter. Zu diesem Zeitpunkt ging das Haus in den Besitz des Sohnes Franz Josef über. Da er aber keine Lust die Gastwirtschaft zu übernehmen und noch weniger Lust entsprechende Pächter zu suchen, verpachtete er den Betrieb an die Wicküler Brauerei, die sich um einen entsprechenden Gastwirt kümmern musste.




Das Hotel Masbaum um 1903 (Ausschnitt einer Postkarte)

Auf diese Weise wurde das Ehepaar Josef und Maria Menke aus Oesede als Nachfolger gewonnen. Das Ehepaar betrieb die Wirtschaft von 1959 bis 1965. Nachfolger wurde August Willmann und seine Frau Hannelore. Nachdem August Willmann schwer erkrankte, gaben sie die Wirtschaft 1975 wieder auf.


Als Nachfolger zog Albert Tovar aus Bad Laer mit seiner Frau Sieglinde ein und pachtete die Gastwirtschaft. Als Albert zusätzlich 1979 in Bad Laer eine Gastwirtschaft pachtete musste Sieglindes ältere Schwester Frau Böttcher einspringen und das Lokal in Borgloh übernehmen. 1980 kehrten Leo, der Sohn von Albert mit seiner Frau Barbara zurück nach Borgloh und übernahmen nun die Gastwirtschaft. Nachdem es 1983 zur Scheidung der Eheleute kam wurde die Gastwirtschaft wieder aufgegeben. Die Wicküler Brauerei kündigte aufgrund der vielen Wechsel den Pachtvertrag.


Nun musste sich der Besitzer Karl Beckmann, der das Haus 1978 von dem hochverschuldeten Franz Josef Böert erworben hatte, selber nach einem Pächter umsehen.

Nachdem kurzzeitig ein Italiener den Platz hinter der Theke eingenommen hatte, wurden Dieter Kramer und Wörmann die neuen Wirte. Kramer war mit Anette Wellendorf aus Borgloh verheiratet. Sie gaben dem Gasthaus einen neuen Namen "Urmel". Nach deren Scheidung führte seine neue Freundin Kerstin Jendrich das Haus noch bis Oktober 2001 weiter.


Das Gasthaus Böert (Familia) 2013

Im November pachteten Monika Menebröker und ihr Freund Frank Feuerhelm das Haus und gaben ihm den Namen "Blonder Engel". Durch umfangreiche Investitionen bekam man bald darauf aber finanzielle Probleme und musste 2002 schon wieder aufgeben.
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Seit dem 1.März 2003 heißt das Haus "Familia" und wir von dem Türken Turgay Özyer und seiner englischen Frau Trudi Windle aus Windsor geführt.

Seit September 2008 wird das Haus von Hasan Yetkin geführt.
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Brörmann, Zur Spitze

Neben der Bäckerei, die 1895 gegründet wurde, gab es ab der dreißiger Jahre auch eine Gastwirtschaft.

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Geile, Teuto-Rast 68

Es gibt eine Postkarte von 1900 wo die Gastwirtschaft C. Bröcker heißt, Inhaber Arnold Geile. Diese Gastwirtschaft befindet sich an der Bielefelder Str. der ehemaligen B68.
Die Wirtschaft ist nicht zu verwechseln mit der ehemaligen Wirtschaft von Wilhelm Bröker, an der Iburger Str.




Schein und sein, einmal die Gaststätte Bröcker auf einer Postkarte um 1900, rechts das Gebäude, wie es in Wirklichkeit aussah.

Motorenklänge und Männergesang bilden seit Jahrzehnten die Geräuschkulisse der Gaststätte Teuto-Rast 68 in Hilter, die bis 1965 Gasthaus Arnold Geile hieß. Eröffnet wurde die Kneipe 1907.


Am Wochenende wird der Saal des Gasthauses von Leuten gemietet, die dort Hochzeiten, Geburtstage oder Beerdigungen begehen. Auch wenn also nicht ständig Kneipenbetrieb herrscht, so hat Doris Werries genug zu tun. "Früher war hier Hochbetrieb", erinnert sich die 74-jährige Maria Wamhoff. Sie ist die Cousine von Doris Werries Schwiegermutter und seit Jahrzehnten das Faktotum der Gaststätte.




Die Gaststätte 2011

Vor dem Bau der Autobahn A 30 führte die B 68 viele Autofahrer von Bielefeld nach Osnabrück direkt vorbei an der Gaststätte Teuto-Rast 68. "Auf dem Parkplatz standen viele Autos und große Laster", erzählt Maria Wamhoff.


Die Gäste seien aber nicht nur wegen des Frühstücks und des Mittagessens gekommen. In der Gaststätte wurden auch Theateraufführungen sowie Gemeinde- und Kolpingfeste veranstaltet.


Seit 88 Jahren sind die Mitglieder des MGV Dütetal Stammgäste in der Wirtschaft.
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Schürmeyer Greive

Wann genau das Gasthaus erbaut wurde ist nicht bekannt. Vermutungen gehen aber vom 13. Jahrhundert aus.
Erst mit Hermann Balthasar Stüer, der Eigentümer des heutigen Hauses Greive war und 1683 Anna Maria Schnieder heiratete, lassen sich die Daten belegen. Deren Tochter Maria Agnes Stüer ehelichte 1708 Johann Conrad Krekemeyer aus Schlochtern. Da die Ehe kinderlos blieb adoptierten sie Regina Spiegelberg, die ab da den Namen Krekemeyer trug. 1744 heiratete sie Johann Heinrich Wortmann aus Peingdorf, der ebenfalls den Namen Krekemeyer annahm. Auch diese Ehe blieb kinderlos, so dass das Haus später in den Besitz seiner Nichte Dorothea Wortmann überging. Sie, wie auch ihr Mann Johann Heinrich Grothaus aus Uphöfen den sie 1781 heiratete übernahmen ebenfalls den Namen Krekemeyer. Ihre Tochter A.M.Gertrud Krekemeyer verheiratete sich 1821 mit Christoph Heinrich geb. Bücker, aus Borgloh.
1863 ging das Haus in Flammen auf und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Da die Krekemeyers zum Wiederaufbau nicht in der Lage waren, endete diese Dynastie nach 155 Jahren.


Balthasar Schürmeyer kaufte die Ruine und baute das Haus so auf, wie es zum Teil heute noch steht. In den Akten wird er 1863 schon als Gastwirt erwähnt. 1826 heiratet er Katharina Maria Lietmann. Ihr Sohn Conrad übernahm die Brauerei. Seine Schwester Maria Catharina Schürmeyer heiratete 1866 Johann Friedrich Greive der vom heutigen Hof Rahe aus dem Sacksland stammt. Er übernahm das Braugeschäft und die Gastwirtschaft.


Sein Nachfolger wurde ihr Sohn Conrad Greive, ein Kaufmann, dem sein Bruder Franz als Braumeister zur Seite stand. Bei Greive wurde das so genannte Erntebier hergestellt. 1914 jedoch wurde die Bierproduktion gänzlich eingestellt. Dafür wurde Brause in allen Variationen hergestellt. Ende des 1. Weltkrieges fiel Conrad Greive, und Franz Greive übernahm die alleinige Leitung des Betriebes. Da seine Ehe kinderlos blieb, adoptierte er aus der kinderreichen Familie seine Bruders Matthias in Haren/Ems den zweijährigen Fritz (1908-1997), der von 1936 bis 1982 Firmenchef und Gastwirt war.








Das Gasthaus Schürmeyer auf einer Postkarte von 1930


Die Firma Greive hatte für Afri Cola und Bluna die Lizenz zum Abfüllen erworben und mischte die Essenzen mit Borgloher Wasser. Weiterhin wurde auch noch Sprudel hergestellt. Greive war übrigens die einzige Wirtschaft im Dorf, bei der man ohne Vorbestellung ein Mittagessen bekommen konnte. 1982 trat Franz Greive die Nachfolge seines Vaters an, verpachtete aber schon 9 Jahre später seinen Betrieb an Hans Ulrich Krause. Die Gastwirtschaft überließ er 1983 Heinz Willmann aus Borgloh der dem Restaurant den Namen Altes Gasthaus Greive verlieh. 2001 ging die Gastwirtschaft in die Hände von Astrid Pfaff über, die dem Gasthaus den Namen Gasthaus zum Marktschreier verlieh. Auch dieses Kapitel ist längst Geschichte.


Zur Zeit (2012) wird das Gebäude, nachdem es mehrere Jahre ungenutzt dem Verfall preisgegeben war, umgebaut in ein Wohnheim für Senioren.
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Kuhlmann, Zur Wolfsquelle

Seinen Ursprung hat die Gastwirtschaft zur Wolfsquelle im Mittelpunkt von Ebbendorf im so genannten Renkenören, wo der Weg zum Mürkebrink von der Straße Borgloh-Steinigerturm abzweigt. Diese Gastwirtschaft hatte den Namen "Alte Thiemeyerei", und wurde im Jahre 1757 von Klaus Heinrich Thiemeyer erbaut. Vor der Zeit um 1886 betrieb in diesem Haus ein Nachkomme des Erbauers mit Namen Josef Thiemeyer eine Schankwirtschaft und einen kleinen Kolonialladen. Zu dieser Zeit kehrten viele Bergleute aus dem Georg- und Ottoschacht nach Schichtende hier ein.




Die "Alte Thiemeyerei" links aus dem Jahre 1757 und die "Neue Thiemeyerei" rechts aus dem Jahre 1886



Im Jahre 1886 erbaute Josef Thiemeyer an der Straße Borgloh - Steinigerturm die "Neue Thiemeyerei", die jetzige Gastwirtschaft "Zur Wolfsquelle" (Inh. Jos.Kuhlmam). Sein Vater Anton Kuhlmann aus Belm, übernahm 1901 die Gastwirtschaft und das Kolonialwarengeschäft, als er hier einheiratete. Konzession und das Geschäft hatte der Schwiegervater Josef Thiemeyer Mitte der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts von der alten in die neue Thiemeyerei übernommen.

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Mergelmeyer, Zum kühlen Grunde


In Uphöfen gab es bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts die Gastwirtschaft "Zum kühlen Grunde", der Inhaber war Willi Mergelmeyer. Neben der Gastwirtschaft betrieb er auch noch einen kleinen Lebensmittelladen.



Postkarte aus dem Jahre 1963
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Nülle, Zum Wicküler


Ursprünglich befand sich das Anwesen der Familie Nülle etwas abseits der heutigen Hauptstraße (Iburger Str.), und zwar dort wo sich heute das Wohnhaus von Günter Meinert befindet (Iburger Str. 13B). Dieses Anwesen wurde die "Alte Nüllerei" genannt. Diese "Alte Nüllerei" wurde ca. 1835 gebaut.




1897 wurde das jetzige Wohnhaus an der Iburger Straße 13 errichtet.



Dieses Wohnhaus wurde 1957 umgebaut und beinhaltete neben der Gastwirtschaft auch einen Kolonialwarenladen.



Gediegenes Interieur, der damaligen Zeit entsprechend

Die Gastwirtschaft bestand seit etwa 1920. Im Ausschank, wie schon der Name der Gastwirtschaft vermuten lässt, gab es Wicküler Pils.
Gleichzeitig wurde Landwirtschaft, ein Kolonialwarenhandel und ein Kohlenhandel betrieben. [zurück zur Tabelle]




Ostendarp, Zum Keglereck

Wann das Haus gebaut worden ist, ist nicht genau bekannt. Man vermutet aber dass es um das Jahr 1800 gewesen sein muss. Ursprünglich soll es innen aus Fachwerk und außen aus Bruchstein gebaut worden sein. Das Haus soll auch eine Blaufärberei beherbergt haben. Die Kleidung aus Leinen und Flachs wurde nach Fertigstellung beim Blaufärber bearbeitet.


Es wird angenommen, dass Franz Ernst Heinrich Peistrup 1834 die Blaufärberei kaufte. Er baute sie um und richtete eine Gaststätte ein. Sein Sohn Philipp Ferdinand Peistrup (1825-1875), danach dessen Sohn Balthasar (1864-1943) und wiederum dessen Nachfahre Heinrich (1899-1950) übernahmen später als Gastwirt und Malermeister das Geschäft.

Nach Heinrichs Tod wurde ab 1950 die Gastwirtschaft von seiner Witwe Änne und ihrem 2. Mann Hans Spilker weitergeführt, bis 1982 ihre Tochter Anni Ostendarp das Ruder übernahm.






Das Gasthaus B. Peistrup um 1935


Der Name Ostendarp bedeutet "im Osten des Dorfs", vermutet die Wirtin, Anni Ostendarp. Die Gaststätte der 70-jährigen Wirtin befindet sich aber im Zentrum von Borgloh - und das schon seit Generationen.

Auch Annis Mann hatte einen handwerklichen Beruf. Er war Tischler.
Mit 14 Jahren ist Anni von der Schule abgegangen und hat in der Kneipe mitgeholfen. 26 Jahre später hat sie die Gaststätte mit ihrem Mann übernommen. Als ihr Gatte 2005 starb, übernahm ihre Tochter Sabine Mennemann den frei gewordenen Platz hinter dem Zapfhahn. Das Haus besitzt mehrere Kegelbahnen und ist als Vereinslokal des Kirchenchores fest integriert.
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Das Gasthaus Ostendarp 2013



Tepe-Boßmeyer, Zum Bahnhof

1902 beantragte Heinrich Tepe eine Konzession für eine Schank-und Speisenwirtschaft mit Gartenausschank in Wellendorf, die er 1903 eröffnen konnte. Damit legte er den Grundstein für das heutige Restaurant.


Heinrich Tepe verstarb 1930 plötzlich und unerwartet. Zu diesem Zeitpunkt war der Nachfolger August Tepe erst 16 Jahre alt. Mit der Unterstützung seiner Mutter, Anna Tepe wurde der Betrieb weitergeführt.


Die Gastwirtschaft um 1952


1943 heiratete August Tepe sein Frau Klara Thölking. Diese 2. Generation baute das Familienunternehmen weiter aus. Ein Land- und Kohlenhandel, eine Poststelle und die Zweigstelle der Spar- und Darlehnskasse waren im Hause Tepe untergebracht. Die Kriegsjahre musste Clara Tepe mit ihrer Schwiegermutter alleine ableisten, da ihr Mann August, wie so viele andere, eingezogen worden war.







Die Gastwirtschaft wie sie sich jetzt darstellt


Die 50er Jahre waren in der Gastronomie geprägt von guten Bilanzen und stetigem Anstieg des Bierausstoßes. So wurde der ehemalige Saal zu einer großzügigen Schank-und Speisewirtschaft umgebaut.


1971 übergab August Tepe seinen Betrieb an die nächste Generation. Seitdem arbeiten seine Tochter Barbara und Ihr Mann Helmut Boßmeyer in Ihrem Restaurant.
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Thiemeyer, Zum Lindenhof



Das Gebäude besteht mehr oder weniger schon seit dem 17. Jahrhundert. Genau wie das Haus Böert gehörte es zu den sogenannten Kirchhöfern und war ein ehemaliger Speicher, bis es zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Es ging im Laufe der Jahre durch mehrere Hände. Drei Generationen war es beispielsweise im Besitz der Brandenburger, bevor es im 19. Jahrhundert von der Familie Voss an Franz Matthias Ahsmann verkauft wurde.













Franz Matthias Ahsmann (1833-1911) war ein wohlhabender Mann und ließ 1879 die alte Kneipe an der Kirche abreißen und baute an gleicher Stelle einen zweigeschossigen Gasthof mit Wirtschaftsgebäude. Nach dem Tod seiner Frau Anna (geb. Biesenkamp), heiratete er 1898 mit 65 Jahren die 31 jährige Maria Catharina Musenberg aus Dröper.




Auf diesem alten Foto ist sehr schön die Treppe zu erkennen, über die man lange Jahre von der Hauptstraße in die Gastwirtschaft gelangte.










Als F.M. Ahsmann 1911 starb führte seine Witwe die Gastwirtschaft alleine weiter, bis 11 Jahre später der 26 jährige Joseph Thiemeyer um die inzwischen 55jährige anhielt. Die Ehe blieb kinderlos. Als Maria Catharina starb, heiratete Joseph 1939 die 8 Jahre jüngere Berta Elisabeth Nülle. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. Nach dem Tode von Josef Thiemeyer führte seine Frau Berta die Gastwirtschaft weiter, bis ihr Sohn Franz Thiemeyer im Jahre 1969 Maria Rohling aus Allendorf heiratete, und die beiden jungen Leute von da ab das Gasthaus "Zum Lindenhof" weiterführten.






Auf diesem Foto ist die Treppe die von der Hauptstraße in die Gastwirtschaft führte nicht mehr vorhanden.






Joseph Thiemeyer hinter der Theke

Der Standort der Theke ist heute immer noch der gleiche.














Umfangreiche Erweiterungen wurden vorgenommen. So besitzt das Haus den einzigen Saal in Borgloh. Nach dem Tod ihres Mannes Franz führte Maria Thiemeyer das Gasthaus alleine weiter. Mittlerweile hat die nächste Generation in Form von Anne Thiemeyer das Erbe als Gastwirtin angetreten.















Die Gastwirtschaft Thiemeyer im Jahre 2012

Im gleichen Haus war der Bäckermeister Hermann Mählmeyer bis 1956 als Bäcker aktiv. Er hatte die schon bestehende Bäckerei gepachtet. Seine Frau Hedwig betrieb einen kleinen Laden, in dem die Backwaren sowie auch Kolonialwaren verkauft wurden. Dieser Laden befand sich links vom heutigen Eingang der Gastwirtschaft.
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