Lanwermeyer (Bextermüller) in Eppendorf am Aubach

Unweit der Stelle, wo der kleine geteerte Eschweg in die Straße Eppendorf- Hankenberge einmündet, befindet sich auf der linken Straßenseite ein kleiner Wasserfall. Über bemooste Steine fallen hier dicke Wasserarme des Aubaches mehr als einen Meter tief, vereinigen sich plätschernd, und einen Steinwurf weiter gesellt sich dann das klare Wasser des kleinen Wollbruchbaches dazu. Unscheinbar schlängelt sich der Aubach weiter durch das Tal.

Mauerreste zeigen, dass dieser Wasserfall nicht natürlichen Ursprunges ist. Hier stand bis 1936 eine Mühle, und das Wasser, das heute ungenutzt herunterklatscht, drehte damals ein schweres Mühlrad, das eine Schrot- und Bokemühle antrieb. Kaum 100 Meter bachaufwärts steht noch eine zweite Mühle, ebenfalls eine Schrotmühle und früher mit zusätzlichen Walzenstühlen ausgestattet, in denen feines Mehl gemahlen werden konnte.




Beide Mühlen waren Jahrhunderte hindurch im Besitze des Müllers zu Bexten. Die beiden Mühlen sind uralter Hofbesitz und vermutlich zu der Zeit entstanden, als der große Hof geteilt wurde, heute Bextermann. Bis ins 18. Jahrhundert hinein heißen die Besitzer Möller zu Bexten, dann werden sie Bextermöller genannt.

Als die Ablösung um 1830 begann, also Bauern und Müller die Möglichkeit bekamen dem Grundherren Rechte auf Pacht und Dienstleistungen abzukaufen, hatte sich der Bextermöller allem Anschein nach finanziell übernommen. 1855 wurden beide Mühlen und das Wohnhaus an Johann Heinrich Lanwermeyer aus Wellingholzhausen verkauft.


Die Gebäude der Mühle in den 50er Jahren


Die zwei hintereinander gelegenen Stauvorrichtungen ermöglichten zwar den Betrieb beider Mühlen, in der unteren Mühle leistete noch eine zusätzliche Kreissäge wasserbetrieben ihre Arbeit, aber in jedem Frühjahr wurde der Zufluss sichtlich spärlicher und im Mai musste die Arbeit der Mühlen eingestellt werden. Erst im November konnten sie wieder in Gang gesetzt werden.

Abhilfe schaffte eine Umleitung des Wollbruchbaches. Die Einfluss-Stelle wurde ein Stück weiter Flussaufwärts verlegt. Die untere Mühle bekam dadurch zusätzliches Wasser, was zur Folge hatte, dass sich die Wasserkraft um 50% erhöhte. Es ergaben sich allerdings Schwierigkeiten. Durch das Aufstauen des Wassers für die untere Mühle wurden nun Wiesen überschwemmt, andere fielen praktisch trocken. Erst eine Aufschüttung bzw. Drainage der betroffenen Flächen schaffte hier Abhilfe.

Diese Aktion, sowie die laufenden Kosten des Mühlenbetriebs belasteten J.H.Lanwermeyer sehr und er war froh als er 1883 seinen Besitz dem ältesten Sohn übergeben konnte. Bis 1936 konnte der Mühlenbetrieb noch aufrecht erhalten werden. Die untere Mühle war baufällig geworden und musste abgerissen werden. Neue Investitionen lohnten sich nicht mehr.