Aumühle in Eppendorf am Aubach

Wer von Borgloh die Straße nach Eppendorf hinunterfährt, erblickt kurz vor der scharfen Rechtskurve ein kleines zweigeschossiges Gebäude. Auf der Rückseite stürzt der Aubach in das Gebäude und auf der Vorderseite verlässt er es wieder.




Man vermutet, dass die hier gebaute Mühle aus der Frankenzeit stammt und um ca. 800 n. Chr. entstanden sein soll. 1350 wird die Mühle als bischöfliches Lehen erwähnt. Die Müller heißen bis zum 17. Jahrhundert Amoller. Danach werden sie stets Aumüller genannt.

Die Mühle besaß zwei Schrotmühlen und eine Mahlmühle für das Mehl. Auf dem Hof luden die Bauern das Korn ab und packten die vollen Mehlsäcke auf ihre Wagen. Das Wasserrad drehte indessen, und das Klappern der Mühle war bis zur Straße hin zu hören.

In den zwanziger Jahren wurde das stark reparaturbedürftige Rad stillgelegt und durch eine moderne Turbine ersetzt. 1826 war sie von dem Franzosen Bourdin entwickelt und 1873 erstmalig in Deutschland gebaut worden. Nun fanden Turbinen immer stärkeren Eingang in die Mühlen und verdrängten so die Wasserräder.


Turbinen brauchen eine möglichst gleichmäßige Wassermenge und setzen gestautes Wasser voraus. Sie liegen unter Wasser und sind ganz eingetaucht in die Strömung.

Auf der linken Giebelwand der Aumühle sind noch heute die Spuren eines Anbaus zu erkennen. Hier schloss sich einmal eine Bokemühle an, die vom gleichen Wasserrad bzw. von der gleichen Turbine mit angetrieben wurde. In der Bokemühle wurden Flachshalme so lange gestampft, bis sich die Leinefäden vom Halm trennten. Sie funktionierte nach einem sehr einfachen Prinzip. An der Welle befanden sich vier Nocken, die bei Drehung die 4 Stampfer (Stempel) anhoben und sie dann in die Stampfgrube fallen ließen.

Heute steht nur noch eine Hammermühle mit Elektromotor im Mühlenhaus. Es ist ruhig geworden in der Mühle, aber das Wasser rauscht und gurgelt darin nach wie vor und sucht sich seinen Weg ins Freie.