Vorläufer der Wassermühlen


Müllerei im Sinne eines Gewerbes gibt es bereits seit mehr als 2000 Jahren, während die Zerkleinerung von Getreide so alt wie der Anbau von Getreide ist. In ältester Zeit hat man das Korn einfach mit flachen Steinen zermahlen. Zahlreiche Funde solcher "Reibsteine" belegen dies. Eine weitere Methode die später verwendet wurde, war der Mörser, in dem das Getreide zerstoßen wurde.




Moerser aus der Bronzezeit



Göpelmühlen


Eine wesentliche Erleichterung war die Verwendung von sogenannten Göpelmühlen. Ein Göpel ist eine mechanische Vorrichtung zur Erzeugung einer Antriebskraft durch Menschen oder Tiere. Hier wird auf einem Unterstein eine konische Steinwalze bewegt. Ein Göpel besteht aus einer meist vertikalen, mittels langer Hebel in Drehung versetzten Hauptwelle.

Die grundlegende Unterscheidung ist die in Handgöpel (die allerdings wenig angewandt worden sind) und Pferdegöpel, die für die Arbeit durch Tiere - meistens Pferde - konstruiert sind.

Der Göpel kam in Europa ab ca. 1500 zum Einsatz. Beim Betreiben durch Tiere war man recht erfindungsreich. Man kannte Pferde, Rinder und sogar Hunde als Antriebstiere.

Weitere Entwicklungen waren Tretmühlen und Quernen.



Im Bild links sehen wir einen Pferdegöpel

Die ersten Wassermühlen

Die ersten Wassermühlen stammen aus der Zeit der Römer. Überlieferte Berichte aus dem 1. Jahrhundert vor Christus belegen dieses. Mit der römischen Kultur kamen auch die Wassermühlen zu uns, die als erstes von Mönchen gebaut und betrieben wurden. Später waren Wassermühlen fester Bestandteil der königlichen Höfe.

Bei Wassermülen wird durch Wasserkraft ein Wasserrad in Rotation versetzt. Hierbei wird die potentielle oder nur die kinetische Energie des Wassers genutzt, um Generatoren, Mahlwerke, Hammerwerke oder Wasserschöpfwerke anzutreiben.

Turbinen und Wassermühlen

Der französische Ingenieur Claude Burdin entwickelte 1824 ein neuartiges Wasserradprinzip und sprach in diesem verwenden, damit das Wasser mit minimalem Schock auftreffen kann, stammte von de Borda. Wenn die Schaufeln in Burdins Maschine so gebogen waren, dass das auftreffende Wasser in der zur Rotation entgegengesetzten Richtung wegfloss, dann musste das abfliessende Wasser auf die Vorderseite der Schaufeln treffen, waren sie jedoch so gebogen, dass das vermieden wurde, floss das Wasser mit beträchtlichlicher Geschwindigkeit ab, was mit einem schlechteren Wirkungsgrad verbunden war.

1827 löste Benoit Fourneyron dieses Dilemma, indem das Wasser nun nach außen strömte. Seine Konstruktion bestand aus zwei konzentrischen Schaufelrädern, bei der das feststehende innere Rad gekrümmte Leitschaufeln aufwies, die das Wasser gegen die Laufschaufeln des äusseren Rades, des Läufers, leitete.

Die Fourneyron-Turbine arbeitete zum Teil mit dem Druck des Wassers auf die gebogenen Schaufeln, und zum Teil mit der Rückwirkung des auf den Schaufeln beschleunigten Wassers.

Bei gleichmäßigem Wasserzufluss ist diese Bauart besonders geeignet, daher konnte sie sich innerhalb weniger Jahre gegen das unterschlächtige Wasserrad durchsetzen. Die Turbine lieferte einen Wirkungsgrad von bis zu 85%, wenn für einen optimalen Wasserdurchsatz gesorgt wurde.

Eine bewegliche Abdeckung an der Innseite der Außenschaufel sorgte dafür, dass der Wasserdurchlauf an das zur Verfügung stehende Wasser angepasst werden konnte.

Trotz ihres einfachen Aufbaus wird diese Art Turbinen heute nicht mehr hergestellt.




Fourneyron Turbine


Bokemühle

Beim Boken wurden die Flachsstengel weich geschlagen. Es war einer von zahlreichen Verarbeitungsschritten, bis aus dem Rohstoff Flachs Leinenstoff wurde.