Der Turn- und Sportverein Borgloh


Der Turn- und Sportverein Borgloh ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel es ist, die "körperliche Ertüchtigung seiner Mitglieder zu pflegen und zu fördern".


Der Verein ist mit über 1200 Mitgliedern der größte Verein in der Gemeinde Hilter. Das bedeutet auch, dass ungefähr jeder dritte Bürger der Samtgemeinde Borgloh im TuS Borgloh ist.
Der Verein bietet eine Vielzahl an sportlichen Möglichkeiten, unter anderem Fußball, Tischtennis, Badminton, Turnen, Volleyball und vieles mehr.


Der Anfang, natürlich Fußball…


Bereits Anfang der dreißiger Jahre begann man damit, das unebene, aus Steinen bestehende Gelände, auf dem sich heute die Siedlungen der Borgloher Schweiz befinden, einzuebnen. Aus heutiger Sicht ein absolut unmöglicher Ort für einen Sportplatz.


Nachdem durch das überflüssige Erdreich des Neubaus der Kirche der Sportplatz bearbeitet werden konnte, wurde bei der Gründungsversammlung im Gasthaus Böert der Sportverein gegründet. Der Name wurde mit Sportgemeinschaft Borgloh, also SG Borgloh festgelegt, wobei die Namensfindung zu dieser Zeit nicht ganz freiwillig geschah. Der 1. Vorsitzende wurde der Zahnarzt Karl Stickel.
Das sportliche Geschehen nahm ab Ende 1938 mit einem Fußballspiel gegen Viktoria Gesmold, welches man 1:2 verlor, seinen Lauf. Durch die sich nähernden Kriegsjahre gestaltete sich ein Sportbetrieb allerdings immer schwieriger und 1940 kam er ganz zum Erliegen.


Mitbegründer des Vereins:


Heinz Beinker, Theo Bünger, Fritz Greive, Josef Guß, Werner Kinker, Willi Lietmeyer, Josef Overschmidt, Alfred Stiene, Heinrich Wamer, Wilhelm Wellendorf, Matthias Bergstermann, Franz Hörmeyer, Paul Liebergesell


Ab der zweiten Hälfte von 1945, die ersten Kriegsteilnehmer waren zurückgekehrt, begann wieder das Spiel mit dem runden Leder. Das Fußballspiel ließ vieles vergessen.


Im Dezember 1945 kam es schließlich zur Neugründung des Vereins. Die Neugründung und die Festlegung des Vereinsnamens, der jetzt Turn- und Sportverein heißen sollte, mussten von der britischen Militärregierung ausdrücklich genehmigt werden. Auch die so genannten Entnazifizierungen gehörten zum Prozedere. 1. Vorsitzender wurde August Bolsmann.


Gespielt wurde in kleinen Klassen, so dass viele Privatspiele und später auch Pokalturniere ausgetragen wurden. Der Spielbetrieb gestaltete sich anfangs allerdings recht schwierig, da entsprechende Transportmittel zu den zu absolvierenden Auswärtsspielen rar waren. Hauptsächlich mit dem Fahrrad oder Holzgasfahrzeug wurden solche Reisen angetreten. Trotz aller Unzulänglichkeiten kam es aber schnell zu einer Normalisierung.


1946/47 zählte der Verein bereits 155 Mitglieder, die sowohl aus Herren und auch Damen bestanden. Der sportliche Erfolg zeichnete sich in diesem Jahr mit einem 2 Tabellenplatz ab.
Erste große sportliche Erfolge brachte dann das Spieljahr 1948/49 wo sowohl die I. Herren als auch die Jugendmannschaft Meister ihrer Staffeln wurden.


Die großen Erfolge kamen in den sechziger Jahren, wo die I. Herrenmannschaft des TuS Borgloh von einer Meisterschaft zur nächsten kam und 1962/63 in die Bezirksklasse aufstieg. 1964 kam dann das "Pokalwunder". Nachdem BW Hollage, Viktoria Gesmold, TV 01 Bohmte und SV Laer geschlagen waren, wurde auch der TuS Haste aus der Amateuroberliga mit 3:1 geschlagen. Alle 3 Tore erzielte Heinz Radtke. 500 Zuschauer verfolgten dieses Spiel. In der darauf folgenden Woche schlug man den SV Eintracht Osnabrück aus der Amateuroberliga vor 1000 Zuschauern mit 2:1. Endstation war dann schließlich Salzgitter, wo man 2:0 verlor.


Die Endspiel berechtigte allerdings zur weiteren Teilnahme im Wettbewerb. Dadurch kam es im August 1964 zum Spiel gegen den VfL Osnabrück, das 3500 Zuschauer sahen. Das Spiel ging 3:0 verloren.
Im Jahr 1965 gab es Revanche und der TuS fertigte den VfL mit ebenfalls 3:0 ab, sehr zur Freude der Presse, die sich einen gewissen Spott nicht verkneifen konnte.


Die sportlichern Erfolge rissen nicht ab und so wurde über die Bezirksliga 1969/70 der Aufstieg in die Verbandsliga geschafft.


Die 70er Jahre waren dann nicht mehr ganz so erfolgreich und man konnte das hohe Niveau nicht mehr halten. Der Abstieg in die Bezirksliga war unvermeidlich.


Seit 1971 gibt es die Sporthalle an der Schulstraße, die nicht nur der sportlichen Ertüchtigung dient, sondern auch Austragungsort so mancher Großveranstaltung ist. In dieser Zeit wurden die Abteilungen Turnen und Tischtennis gegründet
In den 80er Jahren wurden die Abteilungen Badminton und Volleyball gegründet.
1994 wurde die Tennisabteilung gegründet, die über eine Außenanlage zwischen den beiden Sportplätzen an der Turnhalle verfügt.


Der Verein verfügt über eine Vielzahl von ehrenamtlichen Betreuern, die Übungs- und Sportstunden begleiten. Besonders im Bereich Fußball ist traditionell ein großer Bedarf vorhanden, sind doch gerade aus diesem Bereich erfolgreiche Profis hervorgegangen. Unvergessen, unter anderem, die Spieler Johannes Kaumkötter (1971-1976 VfL Osnabrück) und Peter Füllbier ( 1972-1973 Bielefeld, 1974-1976 DJK Gütersloh), die aufgrund ihrer überragenden Leistungen seinerzeit einen wahren Hype auslösten und den TuS Borgloh weit über seine Grenzen hinaus bekannt machten.


Die ganz große Zeit ist vielleicht im Moment vorbei, doch die Begeisterung für den Fußball und den TuS Borgloh ist ungebrochen. Zwei Sportplätze, ein Rasen (Neu 1980 an der Turnhalle) - und ein Kunstrasenplatz (eingeweiht 2011, ebenfalls an der Turnhalle) werden von den Fußballmannschaften rege frequentiert.


Vereinsvorsitzende von 1938 bis heute:


1938 - 1945: Karl Stickel
1945 - 1947: August Bolsmann
1947 - 1948: Wilhelm Wellendorf
1948 - 1951: Gerhard Himmelreich
1951 - 1956: Heinrich Wamer
1956 - 1960: Wilhelm Steinkamp
1960 - 1962: Heinz Beinker
1962 - 1966: Willi Dreesen
1966 - 1968: Siegfried Mergelmeyer
1968 - 1970: Wilhelm Wellendorf
1970 - 1973: Heinrich Flatemersch-Lübker
1973 - 1981: Wilhelm Stiene
1981 - 1990: Richard Mergelmeyer
1990 - 1992: Josef Stegmann
1992 - 1996: Wilhelm Stiene
1996 - 2010: Klaus Lammersvon
2010 bis heute Wilfried Hinrichs


Mitgliederentwicklung des TuS Borgloh


1945 71
1971 274
1972 703
2001 1338
2008 1265
2014 1264

Mitgliederzahlen der einzelnen Bereiche 2014

Fußball: 646
Turnen: 385
Tennis: 152
Tischtennis: 73
Volleyball: 45
Leichtathletik: 19