Der Reit- und Fahrverein Borgloh


Bei einer Landjugendversammlung wurde in kleinem Kreise von den in der Landwirtschaft tätigen jungen Männern der Wunsch geäußert, in Borgloh eine Reitmöglichkeit zu schaffen. Zwei von diesen jungen Leuten waren schon im Reitverein Bissendorf aktiv, aber der Ritt mit dem Pferd nach Bissendorf war weit. So haben diese beiden jungen Männer mit dem damaligen Pferdezüchter Franz Johannsmann aus Allendorf die Möglichkeit erwogen, in Borgloh einen Reitverein zu gründen.


Es fanden sich 10 reitbegeisterte junge Leute zusammen. Herr Heinrich Frerich aus Ebbendorf stellt spontan ein Waldstück in der Größe 20 x 40 m zur Verfügung. Nachdem im Winter 1954 im Gasthaus Boert der Verein gegründet worden war, begann man sofort in voller Eigenarbeit, den Reitplatz in der "Hölle" zu schaffen. Die Großzügigkeit von dem damaligen Vorsitzenden des Reitvereins Horsa-Bissendorf, Herrn Sundermeyer, machte es möglich, dass der Platz kostenlos von Baumstümpfen befreit und planiert wurde. Leider erwies sich der Reitplatz als zu nass, so dass man eine Ausweichmöglichkeit am Sportplatz schuf. Dort wurden 3 Turniere und im Herbst jeweils Fuchsschwanzjagden mit großer Beteiligung durchgeführt, obwohl die Atmosphäre vom Reitplatz in der Hölle hier auf dem Sportplatz vermisst wurde.


Eine Zeitlang holte Herr Dr. Ebbeskotte einmal in der Woche der Reitlehrer Heinz Dierker aus Oldendorf nach Borgloh. Erfolgreichster Reiter war damals Heinrich Frerich, der auch an Kreismeisterschaften teilnahm.


Anfang der 60iger Jahre setzte langsam die Motorisierung in der Landwirtschaft ein. Der Traktor verdrängte immer mehr das Pferd, das sowohl zur Feldarbeit als auch zum Reiten gedient hatte. Einige junge Reiter gingen auf Lehrhöfe, andere verließen Borgloh, um ihrer beruflichen Ausbildung oder Weiterbildung nachzugehen. So schlief ab 1962 der Verein, der nie mehr als 20 Mitglieder gehabt hatte, nach und nach ein.


1974 gab es erneut einige am Reitplatz aktive Leute. Sie brachten auf den Reitplatz in der Hölle eine Schlackeschicht und füllten Sand auf.


Das, was im Thiemeyerschen Partykeller im Bauernfrieden in gemütlicher vorbereitet wurde, führte 1976 zur offiziellen Vereinsgründung im Gasthof Kuhlmann. An der Vereinsgründung waren u. a. beteiligt: Franz Stäutermann, Hubert Raesfeld, Heinz Nierwettberg, Anneliese Kuhr, Hubert Thiemeyer, Johannes und Josef Rottmann.


Das erste Turnier fand 1979 in der Hölle statt. Einen großen Aufschwung erfuhr der Verein durch "Rasputin". Dieses Voltigierpferd ermöglichte es vielen Borgloher Kindern und Jugendlichen, das Turnen auf dem Pferd zu erlernen. Rasputins Tod setzte 1985 dieser "Voltigierära" ein Ende.


Die Anlagen des Reit- und Fahrvereins Borgloh e.V. mit über 200 Mitgliedern befindet sich heute in landschaftlich schöner Lage in der Hilteraner Bauernschaft Allendorf.


Die von Anfängern, Freizeitreitern und Amateuren genutzte Anlage umfasst eine Reithalle von 20 x 40 m mit angeschlossenem Casino, einem großen, mit Flutlicht ausgestatteten Außenreitplatz sowie einem außerhalb der Anlage in einmaligem Ambiente gelegenen Reitplatz in der sog. "Ebbendorfer Hölle".


Hervorragende Ausreitmöglichkeiten in der direkten Umgebung des Teutoburger Waldes runden die ohnehin optimalen Rahmenbedingungen des Vereinslebens ab.


Der Reitverein kann glücklicherweise auf sehr angagierte und ehrenamtliche Helfer zurückgreifen. Nur so sind reibungslose Abläufe der Veranstaltungen möglich.Auch die Jugendarbeit wird groß geschrieben.