Männergesangverein Borgloh


Im Folgenden findet sich der "historische" Text aus einer Broschüre, die aus Anlass des neunzigjährigen Bestehens des Vereins im Jahre 1986 erschienen ist.


Der erste Übungsabend fand am 5. Januar 1896 im damaligen Vereinslokal Medeweller (heute Gasthaus Böert) statt. Zu diesem Übungsabend hatten sich bereits 25 Männer eingefunden.
Aus den Protokollen, die anfangs über jede Gesangsstunde geführt wurden, geht hervor, dass das erste Stiftungsfest am 22.10.1896 gefeiert wurde. An diesem Tage wurde auch die Satzung beschlossen, die jeder Sänger durch seine Unterschrift anerkennen musste. Der Verein gab sich den Namen "Männergesangverein Borgloh".


Die ersten Lieder wurden vom Dirigenten, Lehrer Mecke aus Borgloh, eingeübt. In seiner Satzung hatte sich der MGV die Aufgabe gestellt, den Männergesang und die Gemeinschaft zu pflegen. In einer Versammlung am 9.12.1896 wurde darüber beraten, von den Mitgliedern des Vereins Theaterstücke einzuüben und diese öffentlich aufführen zu lassen. Dies geschah dann auch in den nächsten Jahren im Rahmen des Stiftungsfestes im Oktober und später dann bei einer Tannenbaumfeier. Die letzte Theateraufführung fand am 19. 1. 1958 statt. Wegen des großen Erfolges musste die Operette "Im weißen Rössl" zum 3. Mal aufgeführt werden.


Die Sängerkommerse des Sängerbundes Osning, auf denen schon zu damaliger Zeit beachtliches geleistet wurde, veranlassten den MGV, dieser Vereinigung 1898 beizutreten und im gleichen Jahr auch an dem Kommers in Glane teilzunehmen.


In den folgenden Jahren nahm der Verein an den Kommersen 1899 beim Bundessängerfest in Glandorf und 1900 in Oesede bei Harmonia Oesede teil. Am 17. 5.1900 nahm der Verein auch an der Feier anläßlich der Fahnenweihe in Bissendorf teil.
Im Juli des Jahres 1900 wechselte man das Vereinslokal; über die Gründe werden in den Protokollen keine Angaben gemacht. Die Übungsstunden finden von nun an im Gasthaus Greive statt. Mit der Begründung, ein besseres Zusammenhalten der Vereinsmitglieder zu erreichen, wurde im Dezember 1901 die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen. Von der Hildesheimer Fahnenfabrik wurde dann eine "woolene, gestickte Fahne" zum Preise von 325,- Mark gekauft. Zum Vergleich mit heutigen Preisen sei vermerkt, dass zu der Zeit 1 Liter Bier 0,19 Mark und ein Liter Schnaps 0,75 Mark kostete. Für das Aufräumen des Festplatzes wurden einem Mann 1,40 Mark gezahlt.


Am 19. Mai 1902 fand während einer größeren Veranstaltung auf dem Festplatz am Hollenberg die Fahnenweihe statt. Für die Veranstaltung zur Fahnenweihe wurde durch Anzeigen in der Osnabrücker Zeitung, im Meller Kreisblatt und im Iburger Kreisblatt geworben. Einladungen zur Teilnahme an dem Fest hatte man an 32 Gesangvereine aus Osnabrück und Umgebung gesandt. 19 Vereine nahmen an der Feier, die mit einem Konzert in "Schürmeyer's Garten" (Greive) und einem Festzug durch das Dorf eröffnet wurde, teil.


Die teilnehmenden Vereine waren:
Harmonia Oesede
Gesangverein Kloster Oesede
Fidelitas Holte
Kriegergesangverein Bissendorf
Männergesangverein Bissendorf
Männergesangverein Rothenfelde
Männergesangverein Wellingholzhausen
Arbeiterbildungsverein Osnabrück
Männerquartett Osnabrück
Bürgergesangverein Hagen
Accordium Osnabrück
Gesangverein Wersche/Wissingen
Arbeitersängerbund Melle
Einigkeit Rothenfelde
Männergesangverein Gesmold
Männergesangverein Belm
Cäcilia Borgloh
Kriegerverein Borgloh
Gemischter Chor Rothenfelde


Zu diesem Fest ließ man 1000 Programme und 2000 Eintrittskarten drucken.


Jeweils im Juli der Jahre 1903 und 1907 richtete der MGV Borgloh die Bundessängerfeste des Sängerbundes Osning aus. Es fand 1903 auf dem Hof Broxtermann und 1907 auf den Grundstücken Hibbeler und Meyer zu Bergsten statt.


In den Jahren 1904 bis 1906 nahm der Verein an den Bundesfesten in Lienen, Laer und Glane teil.


Über die Jahre 1901 bis 1919 lässt sich nicht viel berichten, da leider in diesen Jahren das bis dahin über jede übungsstunde geführte Protokoll nicht mehr geführt wurde. Registriert waren bisher immer gut 20 Mitglieder, die Zahl stieg im Jahre 1912 auf 39.


Im Jahre 1914, dem Jahr des Ausbruchs des 1. Weltkrieges, wurden verschiedene Sammlungen für die im Felde stehenden Mitglieder durchgeführt.


Von den insgesamt 32 aktiven Mitgliedern wurden 21 und von den 43 passiven Mitgliedern 6 zur Wehrmacht eingezogen. Von allen einberufenen Mitgliedern kehrten 7 nicht wieder in die Heimat zurück (siehe auch Ehrentafel).


Im Laufe des Jahres 1915 nahm der Besuch der wöchentlichen Übungsstunden in Folge der Kriegsereignisse immer mehr ab, so dass sie bald ganz ausfielen. Die geführten Protokolle vermerken jedoch auch, dass den einberufenen Sangesbrüdern regelmäßig Feldpostpakete geschickt wurden.
Nach Beendigung des Krieges fand die erste Gesangsstunde wieder am 5. Januar 1919 statt. Man hielt, und das war sicher kein Zufall, am ersten Dienstag des neuen Jahres die Mitgliederversammlung ab. Immerhin waren 13 Sangesbrüder erschienen. Es wurde der alte Vorstand in seinem Amt bestätigt. Lediglich für den gefallenen Schriftführer Konrad Greive wurde Louis Sierp in den Vorstand gewählt. Ende des gleichen Jahres zählte der Verein wieder 47 Mitglieder.
Dies wurde, so das Protokoll, als eine erfreuliche Entwicklung nach den Wirren des Krieges registriert. Noch im gleichen Jahr 1919 wurde auch wieder ein Theaterstück eingeübt und aufgeführt.
Im Protokoll über das Jahr 1919 fällt auf, dass das Stiftungsfest nun jeweils am Neujahrstag gefeiert werden soll und nicht mehr, wie bisher, im Oktober. Ein Grund für diese Änderung im Ablauf des Vereinsjahres ist im Protokoll nicht angegeben.


Auf der Generalversammlung am 11. Januar 1921 wurde des 25jährigen Bestehens des Vereins gedacht und beschlossen, am 12. Juni das Jubiläumsfest zu begehen. Es wurde dann auf dem Hofe Boymann und im Saal Greive gefeiert. Von den Damen des Vereins wurde ein Fahnenband gestiftet. Der Verein zählte nun 53 Mitglieder.


Von der Inflation in den Jahren1922/23 blieb selbstverständlich auch derMGV nicht verschont. So erhielt der Dirigent, Lehrer Holtgreve, ein Honorar von 19.000,- RM. Am 1. 3.1923 kosteten 32 Notenblätter 13.440,- Mark und die Partitur dazu 480,- Mark. 1923 wurden auch die "Kaiser-Liederbücher" (in 2 Bänden) angeschafft, aus denen heute noch gesungen wird.


Als dann im Jahre 1924 das Bergwerk geschlossen wurde, ging die Mitgliederzahl auf 38 Aktive zurück (so steht es in den Protokollen).
Im September 1927 legte der langjährige Dirigent des Chores, Rektor Holtgreve, unter dessen Leitung manch neues Lied einstudiert werden konnte, den Dirigentenstab nieder. Ein Nachfolger wurde jedoch schnell gefunden.


Ein schwerer Schlag traf den Verein am 28. Juli 1928. Der allverehrte Vorsitzende August Uthoff-Hengelbrock, der über 30 Jahre an der Spitze des Vereins gestanden hatte, verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit. Er hatte den Verein über alle Klippen geführt. Die schweren Schicksalsschläge des 1. Weltkrieges vermochten ihn nicht unterzukriegen. Unter seiner Leitung erreichte der Verein nach dem Kriege wieder einen beachtlichen Leistungsstand.


1929 nahm der Chor am 60. Jubiläum in Gesmold teil.


Zum 1. Januar 1934 trat der Verein dem Niedersächsischen Sängerbund bei.


Die Zeit nach 1933, dem Jahr der Machtergreifung durch das NS-Regime, hat wohl im Leben eines jeden Veränderungen größeren oder kleineren Umfangs gebracht. So ist die Zeit auch am MGV nicht spurlos vorübergegangen. 1934 wurde das alljährlich zu Weihnachten und Neujahr dargebotene Theaterspiel nicht mehr gegeben. Das Regime hatte sämtliche Theateraufführungen durch Vereine verboten. Bisher gehörten die Theateraufführungen unbestritten zu den jährlichen Höhepunkten im Vereinsleben, wenn nicht sogar des ganzen Dorfes und seiner näheren und weiteren Umgebung.


Das Verbot wurde soweit aufgelockert, dass zum Neujahrstag 1936 wieder ein Theaterstück aufgeführt werden durfte. Die Aufführung zu Weihnachten mußte aber wegen der damit bisher verbundenen Kinderbescherung ausfallen. Die Kinderbescherung wurde, und das nur für dieses Jahr, von der "Partei" übernommen.
Trotz der erklärten Absicht von 1925, an derartigen Veranstaltungen zukünftig nicht mehr teilzunehmen, mußte der Chor im November 1938 zu einem Wertungssingen antreten, weil es allen Vereinen zur Pflicht gemacht wurde. Kreischormeister Schnell bewertete, so das Protokoll, den "Singsang". Schriftführer Anthe schrieb in das Protokollbuch: "Auf diese Bewertung können wir, so glaube ich, alle, wenn auch nicht gerade mit Stolz, so aber doch mit großer Befriedigung blicken".


Es kam das Jahr 1939, das Jahr des Ausbruchs des 2. Weltkrieges. Bis zu den Sommerferien im August hatte im Verein alles seinen gewohnten Gang genommen. Danach konnten die Übungsstunden nicht wiederaufgenommen werden, da viele Mitglieder zur Wehrmacht einberufen waren (die Mobilmachung begann Ende August und der Krieg am 1. September) und der Dirigent, Rektor Holtgreve, der den Dirigentenstab im September 1927 schon einmal abgegeben hatte, ihn jedoch im Mai 1934 wieder übernahm, wieder abgab. Trotzdem schaffte der Verein es noch, am Neujahrstag 1940 das traditionelle Stiftungsfest mit einer Theateraufführung zu begehen. An diesem Tage hatte auch Hauptlehrer Diersmann den Dirigentenstab übernommen. Die Übungsstunden konnten wieder stattfinden. Am Neujahrstag 1941 fiel das Stiftungsfest aus und ab Februar wurden auch die Übungsstunden eingestellt, da noch mehr Sangesbrüder zum Kriegsdienst eingezogen worden waren. Auf einer Übungsstunde wurde aber beschlossen, sich alle vier Wochen zum Auffrischen alter Lieder wiederzutreffen. Ab Oktober traf man sich aber schon wieder alle 14 Tage.


Im Jahre 1942 wurden die Gesangsstunden dann endgültig eingestellt. Das erste Protokoll nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde erst wieder im Januar 1946 verfasst. Man hatte zur Generalversammlung am 18. nur eingeladen, um den 50. Geburtstag zu begehen. Nur wenige Mitglieder waren der Einladung gefolgt.


Im Oktober 1946 wurden auch die Übungsstunden wieder aufgenommen. Viele neue Sänger traten dem Verein als Mitglieder bei. Zählte man vor Beginn des Krieges noch 26 aktive Sänger, waren es bei Beendigung noch 17. Ende 1946 zählte der Verein schon wieder 26 Sänger.


Zum 51. Stiftungsfest am Neujahrstag 1947 stellte der MGV sich wieder der Borgloher Bevölkerung vor. Er trat mit einem Theaterstück wieder an die Öffentlichkeit. Das Protokoll vermerkt zu diesem Fest: "Das ausverkaufte, bis zum Brechen gefüllte Haus übertraf unser aller Erwartung; hatten wir doch dieses Fest eigentlich nur als Fühler für kommende Jahre gedacht". Dieses Fest muss ein sehr großer Erfolg gewesen sein. Man blickte damals zuversichtlich in die Zukunft und wünschte sich, dass das Stiftungsfest gerade auch wegen des großen Erfolges am Neujahrstag 1947 zu einem echten Volksfest werde.


Im Hochsommer 1953 nahm der Chor nach anfänglichem Zögern an einem Sängerwettstreit in Kloster Oesede teil. Man wollte doch zeigen, was man konnte. Unter der bewährten Leitung des Dirigenten, Hauptlehrer Diersmann, der den MGV zu immer neuen Höhepunkten führte, errang man mit seinen Vorträgen immerhin den 2. Platz hinter Voxtrup.


Im Juli 1955 legte Herr Diersmann aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab aus den Händen. Für seine Verdienste um den MGV Borgloh wurde er zum Ehrenchormeister ernannt. Sein Nachfolger wurde Hermann Sierp, der in den vergangenen Jahren schon den musikalischen Teil der Theaterstücke eingeübt hatte.
Auf der Generalversammlung 1956 legte Josef Kuhlmann das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, womit seine Verdienste um den Bestand des MGV gewürdigt wurden. Zum neuen Vorsitzenden wurde der Altaktive Otto Flacke gewählt.


Auf der Generalversammlung 1959, die traditionell am 1. Dienstag im Januar stattfindet, stellt Otto Flacke sein Amt als 1. Vorsitzender zur Verfügung. Die Neuwahl bestimmte dann den Sangesbruder Josef Kuhr zum Nachfolger.
Ebenfalls im Jahr1959 gab es auch einen Wechsel des Dirigenten. Im Dezember übernahm Erwin Lux den Dirigentenstab von Hermann Sierp. Dieser wiederum gab ihn im Dezember 1960 an Studienrat Alfred Flacke ab, der den Chor bis März 1977 als Dirigent führte.


1964 rückte dann der vorerst letzte Höhepunkt in der langen Geschichte des MGV Borgloh näher. Er hatte seine Teilnahme am 10-jährigen Jubiläum der Blaskapelle Borgloh zugesagt. Am 8. und 9. August wurde dieses Jubiläum gefeiert.


1967 überstand der MGV eine der schwersten Krisen, wenn man einmal von den Ereignissen um die beiden Weltkriege absieht. Es hatte sich eine Unlust breit gemacht, die sich auf ein sinnvolles und zielstrebiges Proben für Dirigent und Sänger lähmend auswirkte. Das größte Problem stellte damals die Unpünktlichkeit der Sänger dar. Nur selten kam man noch, und wenn überhaupt vielleicht für 30 Minuten, zum Proben. In einer an Deutlichkeit und auch an Ehrlichkeit kaum zu überbietender Diskussion im Mai während eines Übungsabends wurde über die weitere Gestaltung der Übungsabende heftig und ausführlich beraten. Die weiteren Übungsabende gestalteten sich dann so, dass man wieder von sinnvoller Chorarbeit sprechen konnte.


Im Jahre 1969 bittet der Dirigent des MGV, Alfred Flacke jun., den Vorstand, sich intensiv um eine Nachfolge für ihn zu bemühen. Die Krise des Jahres 1967 war also noch nicht überstanden. A. Flacke blieb dem Chor dann aber noch bis Anfang 1977 erhalten.


Am 22. und 23. 8. 1970 feierte man das 75jährige Bestehen. Der Ort und das Festzelt waren festlich geschmückt. Ganz Borgloh hatte sich herausgeputzt. 23 Chöre aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück und aus Melle hatten ihre Teilnahme am Jubiläum zugesagt.
Einen gravierenden Einschnitt in das Leben des Chores brachte dann die Jahreshauptversammlung am 22.1. 1977.
Alfred Flacke, seit mehr als 16 Jahren Dirigent des Chores, kündigte nach etlichen Vorwarnungen in den Jahren zuvor unmissverständlich seinen Rücktritt nach dem Kappenfest am 2. 3. an. Trotz aller Versuche ihn umzustimmen, blieb er bei seinem Entschluss. Beruf und Engagement in der Politik nähmen ihn zu stark in Anspruch, um daneben auch noch Übungsleiter und Dirigent eines Männerchores sein zu können.
Der damalige Schriftführer Georg Greive hat in seiner noch immer unübertroffenen Gründlichkeit in der Niederschrift über die genannte Jahreshauptversammlung eine Aussage des scheidenden Chorleiters wörtlich festgehalten. Sie lautet "...vielleicht treffen wir uns in einigen Jahren nochmals wieder". Aber wie gesagt, Alfred Flacke blieb bei seinem Entschluss.
Unser rühriger Liedervater jedoch, der die Ernsthaftigkeit des Entschlusses von A. Flacke schon in den Vorgesprächen erkannt hatte, war nicht untätig geblieben. Er hatte sich umgehört. Und siehe da; am 8. 3. 1977 stellte sich dem MGV als neuer Chorleiter Herr Benno Schürmann, Rektor der Hauptschule Wellingholzhausen, vor. Herr Schürmann erklärte seine Bereitschaft zur übernahme des Amtes als übungsleiter und Dirigent damit, dass es zu schade sei, wenn ein musikalisch so starker Chor nur deswegen aufgeben müsse, weil ein Dirigent nicht zu finden sei. Er gehe aber davon aus, dass nach 1 Jahr ein Nachfolger für Herrn Flacke gefunden sei und betrachte deshalb sein Engagement in Borgloh nur als übergangslösung.
Um es vorweg zu nehmen: So schnell, wie sich das Herr Schürmann gewünscht hatte, ging das alles nicht. Er mußte dann, und er tat es aus Liebe zum Männergesang und auch wohl, weil er sich in Borgloh so wohl fühlte, so lange, bis wirklich ein Nachfolger für ihn gefunden war, was immer schwieriger wurde, je mehr Jahre ins Land gingen. So kam es, dass Herr Schürmann bis in das Jahr 1985 Dirigent des MGV Borgloh blieb. Genau wie unter der Stabführung von Alfred Flacke erlebte der Chor auch unter Herrn Schürmann zahlreiche Höhepunkte.


Eine personelle Veränderung an der Spitze des MGV gab es dann noch in der Generalversammlung am 28.1.1984 Der langjährige 1. Vorsitzende Josef Kuhr gab sein nicht immer leichtes Amt ab. Seine Gesundheit hindert ihn, dem MGV weiter als Liedervater vorzustehen. Dieser Entschluss stand so fest, dass Umstimmungsversuche erfolglos blieben. Als Nachfolger wurde dann Heinz Meyer zu Bergsten vorgeschlagen, der dann auch einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. In seiner Antrittsrede versprach er, seine ganze Kraft für das Wohl des MGV einzusetzen und appellierte an alle Sangesbrüder, auch künftig im Chor mitzuarbeiten.
In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 17.4.1984 beschloss der MGV auf Vorschlag des Vorstandes seinen Beitritt zum Deutschen Sängerbund und übernahm auch die Mustersatzung. Eine Eintragung dagegen in das Vereinsregister des Amtsgerichts Bad Iburg wurde abgelehnt. Nach der neuen Satzung finden Vorstandswahlen künftig nur noch alle 2 Jahre statt.


Am 14.10.1984 fand auf Initiative des Kirchenchores Borgloh ein geistliches Konzert in der für 1 Million DM renovierten Pfarrkirche St. Pankratius statt. Es beteiligte sich neben dem Salzbachchor aus Glandorf auch der MGV Borgloh. Der Reinerlös aus dieser Veranstaltung, es waren immerhin über 800,- DM, wurde der Kirchengemeinde zur Tilgung der Schulden zur Verfügung gestellt. Bei diesem Konzert konnte der MGV einmal mehr sein Können einem größeren Publikum unter Beweis stellen, wozu wahrlich nicht häufig Gelegenheit ist.
Nun noch einmal zum Dirigenten. Wie oben bereits ausgeführt legte der Dirigent Benno Schürmann aus Wellingholzhausen nach mehr als 8 Jahren den Dirigentenstab am 30. 4.1985 aus der Hand. An diesem Abend fand die letzte Übungsstunde mit ihm im Vereinslokal statt.
Wohl durch den geknüpften engeren Kontakt zum Nachbarort in Wellendorf stellte sich heraus, dass der Dirigent dieses Chores bereit ist, auch den MGV Borgioh musikalisch zu leiten. Da Herr Schürmann ohnehin nach dem Jubiläum 1986 die Leitung abgeben wollte und dieser Entschluss unumstößlich feststand, bot es sich förmlich an, mit einem neuen Dirigenten das Jubelfest zu begehen und auch danach mit ihm den Männergesang zu pflegen.
So wurde dann mit Herrn Weilandt, einem pensionierten Opernsänger aus Osnabrück, die erste Übungsstunde am 9. Mai 1985 abgehalten. Seit diesem Tag ist der Übungsabend nicht mehr der Dienstag, sondern der Donnerstag. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass Herr Weilandt mit dem MGV Dütetal am Dienstag probt.


Am 17. September 2006 feierte der Männergesangverein sein 110 jähriges Bestehen. Dieses Bestehen wurde in Verbindung mit dem Kreissängerfest in Borgloh gefeiert. Mehr als 500 Sänger aus den 13 Chören des Sängerkreises Teutoburger Wald waren der Einladung gefolgt.
Dem Gesangverein gehören 2006 ca. 40 aktive Mitglieder an.


Zur Zeit (seit Beginn 2014) setzt sich unser Vorstand wie folgt zusammen:
Heinz Meyer zu Bergsten, Erster Vorsitzender
Heinrich Meyer zu Allendorf, Stellvertretender Vorsitzender
Manfred Meinert, Kassenwart
Jörg Glombowski, Schriftführer und Internetbeauftragter
Hans-Dieter Dolk, Notenwart


Der Vorstand des Vereins hat im Oktober 2012 beschlossen, an Stelle des langjährigen Dirigenten Alfred Flacke, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte, Frau Irina Moser als Chorleiterin zu verpflichten. Sie hat sich zur großen Zufriedenheit sehr schnell in dieser Funktion bewährt und die Erwartungen voll erfüllt.


Der Verein gehört dem Sängerbund Teutoburger Wald an, der seinerseits Mitglied des Kreischorverbandes Osnabrücker Land ist. Dieser ist wiederum Mitglied im Chorverband Niedersachsen-Bremen und damit mittelbar auch des Deutschen Chorverbandes als oberstem Dachverband.