Die Borgloher Kolpingfamilie


Die Kolpingfamilie wurde im Jahre 1931 gegründet. Das damalige Leitwort: " Katholische Männer und Handwerker suchen Gemeinschaft und gestalten katholisches Leben".


Jede Berufsgruppe hatte ihr eigenes Ziel und ihre Aufgabe. Der Verein unterteilt sich in die Bereiche Jungkolping (bis 18 Jahre), Junge Erwachsene (18 - 30 Jahre) und Erwachsene. Der Kolpingsfamilie geht es darum, ihre Mitglieder zu befähigen, sich als Christen in der Welt und damit in der Kirche, bei der Arbeit und im Beruf, in der Ehe und Familie und in Satat und Gesellschaft auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre für das Allgemeinwohl zu bewähren.




Kolpingfamile 1931-32

Im Jahr 1991 feierte der Kolpingverein, zeitgleich zur Selisprechung Adolph Kolpings sein 60 jähriges Jubiläum.
Am 7. Mai 2006 feierte der Kolpingverein sein 75 jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst. In der Kolpingfamilie engagieren sich 112 Mitglieder


Adolph Kolping


Adolph Kolping wurde am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln geboren und war ein deutscher katholischer Priester, der sich besonders mit der sozialen Frage auseinandersetzte und das Kolpingwerk gründete.
Er war das vierte von fünf Kindern des Lohnschäfers Peter und dessen Ehefrau Anna Maria und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Von 1820 bis 1826 besuchte er die Volksschule. Mit 12 Jahren erlernte er auf Wunsch der Eltern in Kerpen zunächst das Schuhmacherhandwerk. Nach der Lehre und der Gesellenprüfung arbeitete Kolping von 1829 bis 1832 als Schuhmachergeselle in Sindorf, Düren und Lechenich und danach in einer der damals führenden Werkstätten in Köln. Das Angebot, in diesen Betrieb einzuheiraten, lehnte er ab und wechselte die Stelle.


Kolping war entsetzt von den oft menschenunwürdigen Lebensbedingungen und Lebensweisen der meisten Handwerksgesellen, die er während seiner Wanderschaft kennenlernte. Knapp zwei Jahre später - im Alter von fast 24 Jahren - besuchte er das Gymnasium, um danach zu studieren und Priester zu werden. Bevor Kolping im Herbst 1837 in das Marzellengymnasium in Köln eintrat, nahm er bei den Ortspfarrern Unterricht in Latein.
Nach nur dreieinhalb Jahren bestand Kolping das Abitur; am 3. April 1841 erhielt er das "Zeugnis der Reife". Danach studierte er in München, Bonn am Erzbischöflichen Clericalseminar in Köln Theologie. Dass er ohne wirtschaftliche Not studieren konnte, verdankte er im Wesentlichen Maria Helena Meller, einer Tochter des Gutsbesitzers, dessen Schafe sein Vater hütete. Sie hatte in der Sorge um einen ihr nahestehenden Menschen das Gelübde abgelegt, einen Theologiestudenten zu unterstützen. Unterstützung erfuhr Kolping aber auch durch andere Wohltäter.


Am 13. April 1845 wurde er in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht und danach zunächst in Elberfeld, heute ein Stadtteil von Wuppertal, als Kaplan und Religionslehrer an der Real- und Gewerbeschule zu Elberfeld berufen. Er traf wieder auf die gleiche soziale Situation wie seinerzeit in Köln als Geselle.
Im Juni 1847 wurde er als Nachfolger des nach Wermelskirchen versetzten Kaplans Steenartz zum zweiten Präses des 1846 von Johann Gregor Breuer (1820-1897) gegründeten katholischen Gesellenvereins gewählt, der seinen Mitgliedern insbesondere in den Wanderjahren fern von zu Hause soziale Unterstützung, Bildung, Geselligkeit und einen religiösen Halt gab. Kolping erkannte die Bedeutung des Gesellenvereins und war bestrebt, die Idee über Elberfeld hinauszutragen, was nach seiner überzeugung jedoch nur von einer größeren Stadt aus möglich war. Er bat deshalb Erzbischof Johannes von Geissel um eine Stelle in Köln.


1849 kehrte Kolping als Domvikar zurück nach Köln und gründete dort am 6. Mai mit sieben Gesellen in der Kolumbaschule den Kölner Gesellenverein, der am 1. Januar 1850 bereits 550 Mitglieder. Wie in Köln entstanden schnell auch in anderen Städten Gesellenvereine, bis zu Kolpings Tod im Jahr 1865 waren es 418 mit 24.000 Mitgliedern. Im Herbst 1850 schloss Kolping die Vereine Elberfeld, Köln und Düsseldorf zum "Rheinischen Gesellenbund" zusammen, der sich ab 1851 "Katholischer Gesellenverein" nannte, um über die rheinischen Grenzen hinaus offen zu sein.
Dieser Zusammenschluss war die Keimzelle des heutigen internationalen Kolpingwerkes.


Der Verein sollte den wandernden Gesellen einen ähnlichen Halt geben, wie ihn nach Kolpings überzeugung nur die Familie bietet, und die von ihm initiierten Gesellenhospize sollten für die Mitglieder "ein Familienhaus sein, in dem sie gewissermaßen ihre Familie, gleichgesinnte und gleichberechtigte Freunde wiederfinden und mit ihnen in inniger freundschaftlicher Weise zusammenleben." Die Gesellenhäuser waren deshalb nicht nur wohnliche Herberge, sondern auch Schule, die es den jungen Handwerkern ermöglichte, sich religiös, politisch und fachlich zu bilden. Außerdem sollten sie Gelegenheit zur Geselligkeit geben.


Ferner wurden in dem Verein Krankenpfleger gewählt, die laut Satzung verpflichtet waren, einen Kranken, der ihnen gemeldet wurde, im Lauf von 24 Stunden aufzusuchen und sich über die Krankheit sowie deren Grund zu informieren, nötigenfalls ärztliche Hilfe herbeizuholen und für den Kranken zu sorgen. Über diese Krankenpflege hinaus stellte Kolping sich selbst als Seelsorger für Cholerakranke zur Verfügung. Eine Vergütung der Stadt Köln für diese Tätigkeit lehnte er ab; das Geld wurde für den Gesellenverein verwandt.


Bereits in seiner Gesellenzeit schrieb Kolping Gedichte und wurde während seiner Studienzeit ab und an journalistisch tätig. Er schrieb unter anderem für das "Rheinische Kirchenblatt", das in Düsseldorf erschien, war ab 1850 Redakteur und von 1852 bis 1853 Herausgeber des "Katholischen Volkskalenders" sowie von 1854 bis 1865 Herausgeber des "Kalenders für das katholische Volk". Von 1850 bis 1854 schrieb er für das "Rheinische Kirchenblatt", bevor er die Wochenzeitung "Rheinische Volksblätter" gründete, deren erste Ausgabe am 1. April 1854 erschien und die schnell zu einem der erfolgreichsten katholischen Presseorgane ihrer Zeit wurde. Darüber hinaus arbeitete Kolping bis zu seinem Tod als freier Mitarbeiter verschiedener Zeitungen und Zeitschriften.
Kolping sah in der Pressearbeit eine Möglichkeit, die Missstände des 19. Jahrhunderts und insbesondere die wirtschaftliche wie auch seelische Not vieler Menschen aufzuzeigen, um sie zu lindern. Die Tätigkeit als Publizist brachte ihm überdies die für sein Lebenswerk, den Gesellenverein, nötige wirtschaftliche Sicherheit.


Von Jugend an trafen Kolping schwere Krankheiten. Trotzdem ließ er sich 1858 zum Generalpräses aller bis dahin bestehenden 180 Gesellenvereine wählen und setzte alle Kraft ein, den Gesellenverein weiter zu verbreiten. Dazu unternahm er mitunter beschwerliche Reisen. Im September 1861 musste er jedoch die Teilnahme am Katholikentag in München und am Treffen der Gesellenvereinspräsides absagen, nachdem sich sein Gesundheitszustand bedrohlich verschlechtert hatte. Im Mai 1862 aber war es Kolping vergönnt, nach Rom zu reisen und dem Papst sein Werk vorzustellen. Als Anerkennung schenkte ihm Pius IX. ein kostbares Messgewand, das noch erhalten ist.
Vorübergehend schien sich Kolpings Gesundheit zu stabilisieren, doch ab dem Frühjahr 1865 litt er an einer schweren Gelenkentzündung im rechten Unterarm. Noch einmal reiste er, um für den Gesellenverein zu werben: Im September fuhr er nach Trier und nahm an der Einweihung des Gesellenhauses teil. Danach aber häuften sich Erstickungsanfälle, an denen er vier Tage vor Vollendung des 52. Lebensjahres, am 4. Dezember 1865 im Gesellenhaus an der Breiten Straße in Köln starb.
Seit 1862 war Kolping Rektor der Minoritenkirche (Köln), in der er entsprechend seinem Wunsch am 30. April 1866 beigesetzt wurde.


Seligsprechung


Am 21. März 1934 eröffnete Karl Joseph Kardinal Schulte, Erzbischof von Köln, formell den Seligsprechungsprozess für Adolph Kolping.
Am 27. Oktober 1991 wurde Kolping von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Die römisch-katholische Kirche feiert den Gedenktag Adolph Kolpings am 4. Dezember. Zuvor besuchte Papst Johannes Paul II am 15. November 1980 die Minoritenkirche zu Köln. Am Grabe Kolpings betete er und formulierte den Satz: "Solche Leitbilder wie Adolph Kolping brauchen wir für die Kirche von heute." Der Heiligsprechungsprozess dauert an.


Quelle: Wikipedia