Deutsches Rotes Kreuz, DRK


Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes DRK


Die Erlebnisse des Schweizer Kaufmanns Henry Dunant auf dem Schlachtfeld in Solferino im österreichisch-französischen Krieg 1859 gaben den Impuls zur Gründung der internationalen Rotkreuz-Bewegung. Bereits ebenfalls 1859 gründete die damalige badische Großherzogin Luise den badische Frauenverein, den Vorläufer der Rotkreuz Schwesternschaften.


Mit die ersten nationalen Rotkreuz-Gesellschaften wurden 1863 in Württemberg als Württembergischer Sanitätsverein und 1866 in Preussen als "Vaterländische Frauenvereine vom Roten Kreuz" gegründet.
Am 20. April 1869 gründeten 12 Landesverbände eine Dachorganisation die ab 1879 den Namen Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz trug.
Am 25.Januar 1921 wurde in Bamberg unter seinem ersten Präsidenten Joachim von Winterfeld-Menkin das Deutsche Rote Kreuz als eingetragener, rechtsfähiger Verein gegründet. Dieser Verein war die Dachorganisation der jeweiligen Landesverbände (sowohl Männer- als auch Frauenvereine), deren Selbstständigkeit durch den Zusammenschluss kaum berührt wurde. Unter seiner Präsidentschaft wurde das DRK als Mitglied in das internationale Rote Kreuz, und somit nach dem ersten Weltkrieg wieder in die internationale Gemeinschaft, aufgenommen.


1933 trat eine neue Satzung in Kraft. Der seit 1919 amtierende Präsident Joachim von Winterfeldt-Menkin kündigte am 8. Juni 1933 seinen Rücktritt an, der zum 29. November gültig wurde. jüdische Rot-Kreuz-Mitglieder wurden ausgeschlossen, der Hitlergruß eingeführt und der Neutralitätsgrundsatz weitestgehend aufgegeben. Nachfolger wurde am 30. November 1933 der SA-Ehrenführer Carl-Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha.


Eine weitere einschneidende änderung erfuhr das Deutsche Rote Kreuz vier Jahre später durch die Ernennung des SS-Oberführers Ernst-Robert Grawitz zum stellvertretenden Präsidenten. Grawitz, der in seiner Funktion als Reichsarzt-SS maßgeblich für die Euthanasie-Verbrechen und Menschenversuche an KZ-Häftlingen verantwortlich war, gestaltete das Deutsche Rote Kreuz im Sinne des "Führerprinzips" völlig um. Die neue zentralisierte Organisationsstruktur mit dem Präsidium an der Spitze ermöglichte zugleich eine noch effektivere Indienststellung des DRK für die Mobilmachung, die seit der Neuschaffung der Wehrmacht im Jahre 1935 zu einer der wichtigsten Aufgaben der Hilfsorganisation wurde.


Nach dem Krieg wurde das DRK am 19. September 1945 in der sowjetischen und in der französischen Besatzungszone am 3. Januar 1946 aufgelöst. In Zonen konnte das DRK dagegen in seiner bisherigen Rechtsform der "Körperschaft des öffentlichen Rechts" weiterarbeiten, während in der britischen Zone und später auch in der französischen Zone DRK-Landesverbände als "eingetragene Vereine" neu gegründet wurden. Eine Ausnahme bildete zunächst das Saargebiet, wo das bisherige DRK unter der Bezeichnung "Saarländischer Sanitäts- und Hilfsdienst" (SSHD) seine Arbeit fortsetzte. Das "Deutsche Rote Kreuz in der Bundesrepublik Deutschland e. V." als Bundesverband wurde am 4. Februar 1950 in Koblenz wiedergegründet. Am 26. Februar 1951 wurde es durch die deutsche Bundesregierung als nationale Rotkreuz-Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland anerkannt. Diese Anerkennung wurde mit Schreiben vom 27. September 1956, bedingt durch den Aufbau der Bundeswehr, neu gefasst. Die Anerkennung durch das IKRK erfolgte am 26. Juni 1952.


Der "Saarländische Sanitäts- und Hilfsdienst" wurde nach der Eingliederung des Saargebietes in die Bundesrepublik Deutschland als "Landesverband Saarland" wieder Bestandteil des Deutschen Roten Kreuzes.


In Deutschland sind derzeit (Stand 2013) etwa vier Millionen Mitglieder (aktiv/fördernd) und Mitarbeiter für das Rote Kreuz tätig.


100 Jahre DRK Borgloh-Wellendorf im Zeichen der Menschlichkeit


Am 8. August 1914 trafen sich in Bad Iburg Frauen aus den Orten "im Kreise Iburg", um auch hier "Vaterländische Frauenvereine im Roten Kreuz" zu gründen. Gründungsvorsitzende der Ortsgruppe Borgloh war Frau Rentier Dütemeyer. Die Vereinstätigkeiten einschließlich der Kriegswohlfahrtspflege umfassten in den ersten Jahren auch "Weihnachtsbescherungen der Verwundeten in Vereinslazaretten".


In den Jahren 1914 - 1916 waren die Helferinnen vom Roten Kreuz in den Vereinslazaretten in Glandorf und Laer in der Kriegskrankenpflege eingesetzt. Nach dem ersten Weltkrieg verliert sich in Borgloh und Wellendorf die Rotkreuz-Spur bis 1934.


Am 1. März 1934 wurde der DRK-Ortsverein Borgloh und der darin gebildete Sanitätshalbzug Borgloh von Lehrer Albert Kröger (Vorsitzender und Halbzugführer) und Heinrich Stegmann (Zugführer) aufgrund zwischenzeitlich eingeführter staatlicher Regelungen neu gegründet. In der Zeit des Nationalsozialismus traten zahlreiche Frauen und Männer (25 aktive und 58 passive Mitglieder gehörten zu der Zeit dem Verein an) auch deshalb dem DRK bei, um dem Beitritt in die NSDAP zu entgehen. Im Zuge der Gleichschaltung blieb das DRK zwar formell unabhängig, alle wichtigen Entscheidungen mussten aber selbst auf örtlicher Ebene durch die jeweilige NS-Führung abgesegnet werden.


Mit Kriegsende 1945 wurden auch die DRK-Vereine von den Alliierten umgehend aufgelöst, konnten aber bereits einige Monate später ihre Aufgaben in der Betreuung von Ausgebombten und Flüchtlingen, Suchdienst nach Gefangenen, Vermissten, Kindern und Toten etc. wieder wahrnehmen.


Zur Nachkriegs-Gründungsversammlung des DRK-Ortsvereins Borgloh am 27. Oktober 1947 in der Gaststätte Boert in Borgloh kamen 40 Frauen und Männer. Der neue Vorstand bestand aus Johannes Stuer (Eppendorf), Karl Stickel (Borgloh), Friedrich Schubert (Ebbendorf), Dr. Hans Stänner (Borgloh), Heinrich Stegmann (Borgloh) und Gerda Holtgreve (Ebbendorf).


Die weiteren Vorsitzenden waren 1961 - 1963 Karl Stickel, 1963 - 1975 August Westerheide, 1975 - 2009 Manfred Hagemann.


Seit 2009 ist Holger Häntzschel Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Borgloh-Wellendorf e.V.


Was macht eigentlich das Deutsche Rote Kreuz?


Unermüdlicher Einsatz, der sich in vielen Tausend Stunden freiwilliger Leistung spiegelt, ist eine der herausragenden Leistungen des DRK Borgloh-Wellendorf. Wann immer qualifizierte Hilfe benötigt wird, sind die Mitglieder vor Ort. Nachfolgend mal einige Beispiele aus den vielen Einsätzen der freiwilligen Helfer.


Erste Hilfe Ausbildung beim Roten Kreuz
"Wie ging nochmal die stabile Seitenlage?" - "Welche Rufnummer wähle ich im Notfall?" - "Was mache ich bei einem Schlaganfall?" Diese Fragen beschäftigen viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch Sie? An immer mehr öffentlichen Plätzen und Gebäuden befinden sich Automatisierte externe Defibrillatoren, so wie ihn auch die DRK Sanitäter vor Ort in Borgloh und Wellendorf verwenden, um der Todesursache Nummer eins, dem plötzlichen Herztod entgegen zu wirken. Doch wie wende ich als Ersthelfer so ein Gerät im Notfall tatsächlich an? Antworten auf diese Fragen bekommen Sie in einem acht Doppelstunden umfassenden Erste Hilfe Kurs beim Deutschen Roten Kreuz. Mittlerweile ist der Erste Hilfe Grundlehrgang unter anderem Voraussetzung für den Erwerb des Führerscheins.


Über 50 Jahre Blutspende beim DRK Borgloh- Wellendorf
Am 4. September 1962 lud der DRK Ortsverein Borgloh-Wellendorf gemeinsam mit dem DRK Blutspendedienst Niedersachsen zum ersten Mal, damals in Wellendorf, zu einem Blutspendetermin ein. 94 Spender und Spenderinnen sorgten damals dafür, dass diese Premiere ein voller Erfolg wurde. inzwischen hat sich die Gesamtzahl der Blutspender auf über 19.000 erhöht.


Katastropheneinsatz, Beispiel Stendal
Insgesamt sind in Stendal allein von den Helfern des DRK-Kreisverbandes Osnabrück- Land mehr als 5000 Einsatzstunden geleistet worden.
Zeitweise sind dort in einem als Notunterkunft hergerichteten Schulkomplex bis zu 600 Menschen untergebracht und verpflegt worden - darunter viele Zwangsevakuierte, die zum Teil mitten in der Nacht wegen des Deichbruches bei Fischbeck ihre Häuser verlassen mussten beziehungsweise mit Hubschraubern aus überschwemmten Gebieten ausgeflogen worden waren.
Außerdem mussten mit insgesamt vier Feldkochherden bis zu 700 Einsatzkräfte, die außerhalb des Verpflegungszentrums im Einsatz waren, dreimal täglich - auch nachts - mit warmer Verpflegung versorgt werden. Auch für ganze Feuerwehrbereitschaften musste zwischendurch eine spontane Unterbringung organisiert werden.


DRK sorgt für den Sanitätsdienst beim Osnabrücker Bergrennen
Gemeinsam mit den anderen Ortsvereinen stellen die Sanitäter vom Ortsverein Borgloh- Wellendorf den Sanitätsdienst beim nördlichsten Bergrennen Deutschlands sicher.
Bereits am Donnerstag vor Veranstaltungsbeginn fingen die Vorbereitungen mit dem Ausschildern der Zuschauerführung an. - Freitags folgten die Einrichtung von Halteverboten, Umleitungen und Einbahnstra-en, sowie der Aufbau von Behandlungsplätze entlang der Bergrennstrecke.


"Grundschüler lernen Erste Hilfe" - Projekttage mit dem Roten Kreuz
Woran erkennt man eine hilfebedürftige Person? Welche Nummer wähle ich in Notfallsituationen? Wie lege ich eine Decke unter eine hilfebedürftige Person? Dies sind nur einige Aspekte, die von den Schülerinnen und Schülern erlernt wurden und diese von nun an im Alltag begleiten werden.


"Sanitäter vor Ort" - Im Notfall zählt jede Sekunde
Seit 2002 gibt es im DRK-Ortsverein Borgloh/Wellendorf die "Sanitäter vor Ort". Die in anderen Orten auch "First Responder" genannten Einsatzkräfte helfen bei lebensbedrohlichen Notfällen, die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen des Notarztes zu überbrücken.
Da im ländlichen Bereich oftmals mehr Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes vergeht, hat das DRK in Wellendorf vor 10 Jahren die "Sanitäter vor Ort" eingeführt und das Gebiet im Laufe der Jahre auf Borgloh, Hankenberge und die Brannenheide ausgeweitet. Immer dann, wenn der Notarzt gerufen wird, wird auch ein "SavO" alarmiert. Dies geschieht im Gebiet Borgloh/Wellendorf im Durchschnitt etwa alle 6 Tage. Der "SavO" hat dabei einen Zeitvorteil von circa 4 - 10 Minuten gegenüber dem Notarzt.
Nach 10 Jahren sind das über 600 Alarmierungen zu Einsätzen verschiedenster Art: Vom schweren Verkehrsunfall und einer dort immer stattfindenden guten Zusammenarbeit mit den Kameraden der freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Hilter über häusliche Unfälle und Notfälle aller Art bis hin zu tragischen, auch persönlichen Schicksalen war alles dabei.