Die Borgloher Blaskapelle von 1954 e.V.


Die Wurzeln


Im Jahre 1910 gründete man in Borgloh einen Musikverein, dem in erster Linie Bläser angehörten. Somit stände dem Verein ein weitaus älteres Gründungsdatum zu, wenn nicht die Weltkriege eine weitere Entwicklung unterbunden hätten.


Die 1910 gegründete Blaskapelle





Organisator der ersten Blaskapelle war der aus Belgien stammende Zigarrenmacher Franz Kuypers. Wie auch andere Bläser war er bei der Zigarrenfabrik Georg Greive beschäftigt. Ihm schlossen sich weitere 9 Mann an. Es waren Franz Hörmeyer, Georg Konerding, Heinrich und David Overschmidt, Heinrich Grothaus, Ludwig Sierp, Heinrich Gehring, Heinrich Konerding und Josef Kuypers. Notenkenntnisse verschaffte man sich im Selbststudium. Die ersten Übungsstunden fanden auf der Diele der "Brandenburg" und in Privatwohnungen der Bläser statt. Die ersten Auftritte waren das Schützenfest in Holsten-Mündrup und Wellendorf, die Kirmes in Gesmold und Hochzeitsfeiern. Die Musiker waren sehr beliebt und wurden überall gern gesehen. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges brachte dann die Instrumente zum Schweigen.



Nach Ende des ersten Weltkrieges gelang es 1924/25 die Blaskapelle erneut wieder ins Leben zu rufen. Der erste Auftritt galt dem damaligen Schützenkönig, dem Hofbesitzer Heinrich Boymann und der Königin Maria Greive. Nach dem Ausscheiden von Franz Kuypers übernahm Küster Ludwig Sierp den Dirigentenstab. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges brachte dann abermals die Instrumente zum Schweigen.


Der Neubeginn


Die jetzige Blaskapelle Borgloh von 1954 e.V. (bzw. das "Blasorchester Borgloh") wurde im Jahre 1954 gegründet. Das in Borgloh wieder eine Blaskapelle ins Leben gerufen wurde, verdankt man nicht zuletzt dem ehemaligen Postbeamten Karl Hörmeyer, der schon 1925 als Trompeter in der damaligen Kapelle dabei war. Man wandte sich an alle musikinteressierten Bürger und entwarf einen erfolgsversprechenden Plan für die Neugründung der Blaskapelle.


Am 12. Juli 1954 traf man sich also mit 16 Männern (Frauen spielten zu der Zeit keine Rolle in einem Blasorchester), im Gasthof Spilker-Peistrup. Hier wurden die instrumentale Besetzung des Blasorchesters festgelegt. Mit der Leitung wurde Erwin Lux, ein bescheidener Musiker von Format, beauftragt. Ihm ist es zu verdanken, dass das Blasorchester Borgloh zu dem wurde was es heute noch ist. Er komponierte und arrangierte etliche Musikstücke für sein Orchester. Mehr zu Erwin Lux unter der Rubrik Historie-wer war? - Erwin Lux.


Die neu gegründete Blaskapelle 1957


Zur ersten Notenstunde traf man sich in der damaligen Gaststätte von Heinrich Meyer. Es wurde intensiv geprobt. Unzählige Notenstunden und Übungsabende folgten. Man stellte der Blaskapelle dann einen ehemaligen Werkraum, einer Zigarrenfabrik im Hofanbau des Gasthofes Fritz Greive, zu Übungszwecken zur Verfügung. Hier konnte ungestört geübt werden. Natürlich reicht eine zweimalige Probe pro Woche nicht aus und so musste jeder Musikant auch zu Hause noch jeden Tag fleißig üben. Dieser Einsatz zahlte sich aus und der Erfolg stellte sich schon bald ein. Nur vier Monate nach Gründung der neuen Blaskapelle Borgloh fand der erste öffentliche Auftritt statt. Am 15.11.1954 überbrachte man Marlies Greive musikalische Geburtstagsgrüße. Es erklangen Melodien wie "Ännchen von Tharau" und "Ich hab mich ergeben". Beifall und Anerkennung waren groß und bestärkten die Musiker in ihrem Tun. Besonders auch die finanzielle Unterstützung durch die Bewohner der Samtgemeinde Borgloh, wurde dankbar aufgenommen, leisteten sie doch einen Beitrag zur Förderung der kulturellen Aufgaben.


Die neu gegründete Blaskapelle 1958


1955 trat die Blaskapelle dann erstmals auf dem Kirchplatz vor die Öffentlichkeit. Ab da ging es Schlag auf Schlag, ein steile Aufstieg von Erfolg zu Erfolg begann. Die Musik "der Borgloher" war sehr gefragt und das Repertoire wurde stetig verfeinert und vergrößert. Bald schon war das Orchester über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. So manches Schützenfest in der näheren Umgebung wurde durch die Blaskapelle mitgestaltet. 1959 gab man das erste Konzert im Saal Greive mit anschließendem Tanzabend. Dieses Konzert wird regelmäßig jedes Jahr wiederholt. Bis zum Jahre 1975 im Saal Greive, ab 1976 dann in der Turnhalle in Borgloh, da die Zuschauermassen eine größere Örtlichkeit erforderten.





Besetzung der Blaskapelle im Gründungsjahr 1954


Albert Henke, Otto Klein, Georg Bextermöller, Willi Stegmann, Karl Hörmeyer, Josef Vinke, Franz Hengelbrock, Johannes Fischer, Ewald Stiene, Erwin Lux, Johannes Stolle, Ewald Meyer, Josef Niermann, Heinz Bertelsmann, Josef Guß, Hubert Westermeyer, Karl Fabian

Besetzung der Blaskapelle im Jubiläumsjahr 1979 (25 jähriges)

Instrument Name Vorname
Dirigent Lux Erwin
1. Flügelhorn Hörmeyer Werner
1. Flügelhorn Lux Siegfried
2. Flügelhorn Brinkschröder Hubert
2. Flügelhorn Brinkschröder Hans Ludwig
1. Trompete Babel Gottfried
1. Trompete Brinkschröder Alois
2. Trompete Babel Julitta
2. Trompete Holtgreife Herbert
1. Klarinette Wöbeking Wolfgang
1. Klarinette Feige Ulrich
2. Klarinette Stolle Johannes
3. Klarinette Stegmann Heiner
Es-Klarinette Ostendarp Mathias
Alt Saxophon Meyer Franz
Tenor Saxophon Wöbeking Erwin
1. Tenorhorn Stegmann Willi
2.Tenorhorn Lux Peter
1. Posaune Oestermeyer Heiner
2. Posaune Kornau Peter
1. Horn Knappheide Paul
2. Horn Bextermöller Georg
3. Horn Schriever Heinz
1. Tuba Lux Berthold
1. Tuba Fabian Gregor
2. Tuba Lux Martin
2. Tuba Fabian Thomas
Schlagzeug Pohlmann Alfons



Die Blaskapelle 1978


Im Jahre 1981 wird Herbert Holtgreife musikalischer Leiter des Orchesters.


Seit dem 15. November 1986 nennt sich die Blaskapelle Borgloh "Blasorchester Borgloh". Der Grund ist die Vielfätigkeit der Instrumentierung, die weit über eine Blaskapelle hinaus geht. Außerdem ist der Schwerpunkt der Musik eine Hinwendung zu immer mehr Konzerten.


2004 zum 50 jährigen Jubiläum hat das Orchester etwa 45 aktive Mitglieder. Vom 14. bis zum 16. Mai wird das ereignis gefeiert. Am Freitag wurde das Festwochenende mit einem Jugendtanz im Festzelt auf dem Schützenplatz eingeleitet. Am Samstag nach einem Festgottesdienst gab es ein Galakonzert. Das Orchester präsentierte die bekanntesten und erfolgreichsten Stücke der vergangenen Jahre.
Am Sonntagmorgen fand der offizielle Festakt statt, bei dem Willi Stegmann für 50 jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Er ist damit das letzte Mitglied der Gründungskapelle. Am Nachmittag fand der Festumzug mit etwa 1000 Akteuren statt.


Inzwischen sind über 60 Jahre seit der Neugründung des Blasorchesters Borgloh vergangen, sogar schon über 100, seit der Gründung einer Blaskapelle in Borgloh. Hoffen wir, dass auch in Zukunft der musikalische Gedanke erhalten bleibt und an die kommenden Generationen weiter gegeben werden kann. Musik verbindet die Menschen und ist eine angenehme Ablenkung aus dem Alltagstrott.


   

Plakat zum 10 jährigen Bestehen der Blaskapelle Borgloh von 1954 e.V.       Plakat 100 Jahre Blasmusik in Borgloh

Jugendarbeit und Jugendblasorchester Borgloh


Jugendarbeit und Nachwuchsförderung sind wichtige Grundlagen um einen Verein am Leben zu erhalten. Dieses hat auch die Blaskapelle Borgloh frühzeitig erkannt und betreibt schon seit vielen Jahren eine intensive Jugendarbeit. Im Jahre 1964 wurde die erste offizielle Jugendblaskapelle gegründet. Bevor die Jugendkapelle allerdings gegründet werden konnte, wurde der Nachwuchs einzeln herangebildet. Organisator, Ausbilder und Dirigent dieser ersten Jugendkapelle war der schon seit 1954 als Leiter der Blaskapelle Borgloh tätige Erwin Lux.
Die ersten Schüler waren: Herbert Holtgreife, Rainer und Joachim Kuhr, Hans-Georg Peistrup, Johannes Schröder, Berthold und Reinhard Lux, G&uunml;ter Brinkhege, Karl-Heinz Wamer, Alois Brinkschröder und Erwin Wöbeking. Geübt wurde einmal die Woche im alten Schulgebäude.


Der erste Auftritt war im Januar 1965 beim Konzert der Blaskapelle Borgloh. Es folgten weitere kleine Auftritte und im Laufe der Zeit wurden einige Schüler in die Blaskapelle übernommen. Dadurch ergab sich allerdings eine Schieflage in der Jugendkapelle und die Jugendkapelle wurde nach einem Auftritt im Januar 1967 beim Winterkonzert aufgelöst.


In den kommenden Jahren war wieder Einzelausbildung angesagt, ein gesundes Verhältnis Nachwuchs und Bläserstamm konnte so aber nicht erreicht werden. Im Jahre 1974 versuchte man daher einen neuen Anlauf zu starten und wieder eine Jugendkapelle ins Leben zu rufen. Dieses führte allerdings aufgrund eine fehlenden Gesamtkonzeptes nicht zum Erfolg.


Um die entstehende Lücke in der Nachwuchsarbeit nicht zu groß werden zu lassen, entschloss man sich 1975 eine in sich eigenständige Jugenkapelle aufzubauen. Diese Jugendkapelle sollte langfristig das Nachwuchsproblem lösen. Mit dem Aufbau wurde ein neu gewählter Jugendleiter beauftragt. Es galt eine Vielzahl von Problemen zu bewältigen. Die Ausbildung und die Finanzierung musste geplant werden. Die Beschaffung ausreichender und geeigneter Instrumente musste organisiert werden.


Eine Werbekampagne, unterstützt durch die ortsansässigen Vereine und der Kirche führten dazu, dass sich 45 Jugendliche anmeldeten, die jetzt ausgebildet und geschult werden mussten. Allein der theoretische Unterricht, der den Schülern die Grundbegriffe der Musik vermittelte, umfasste ca. 50 Stunden.


Nach der theorethischen Ausbildung mussten 45 Instrumente finanziert und kostengünstig beschafft werden. Nachdem auch der letzte Schüler sein Instrument bekommen hatte, begann die praktische Ausbildung. Hier war ein festes Schema vorgegeben:
1. Woche: Einzelunterricht mit jedem Schüler.
2. Woche: Unterricht einer zusammengefassten Instrumentengruppe.
3. Woche: Üben der gesamten Jugendkapelle.
Die praktische Ausbildung wurde von einigen Bläsern der Blaskapelle übernommen.




Die Jugendkapelle der "Blaskapelle Borgloh von 1954 e.V." um 1978


Nach einer relativ kurzen Ausbildungszeit gelang es, die jungen Bläser zum ersten öffentlichen Auftritt zu führen. Dieser war auf der Weihnachtsfeier der Jugendblaskapelle am 20.12.1976. Seit dieser Zeit ist die Jugendkapelle ein fester Bestandteil des musikalischen Lebens in unserer Gemeinde. Im Jahre 2004 wurde die Musikschule gegründet. Hier unterrichten etwa 10 Lehrer, größtenteils Mitglieder des Blasorchesters Borgloh, etwa 50 Schüler. Dadurch können die Kinder gezielt auf das Spielen in einem Blasorchester vorbereitet werden. Dass das Konzept aufgeht, ist an der riesengroßen Nachfrage interessierter Kinder zu sehen.


Die "Ehemaligen 54er des Blasorchesters Borgloh von 1954 e.V."


Anlässlich des 50 jährigen Jubiläums des "Blasorchesters Borgloh von 1954 e.V." fand im Mai 2004 eine große Jubiläumsveranstaltung statt. An dem Festzug nahm auch eine eigens für diesen Tag zusammengesetzte Gruppe aus zahlreichen ehemaligen Musikerinnen und Musikern des Blasorchesters teil.
Schon die Übungsstunden für den Festumzug sowie die Jubiläumsveranstaltung bereiteten allen viel Freude und Spaß. Es enstand die Idee, eine Veteranenkapelle zu gründen.


Alle nicht mehr aktiven Musiker des Blasorchesters Borgloh von 1954 e.V. wurden eingeladen. Am 20. Oktober 2004 fand die Gründungsversammlung im Gasthaus Thiemeyer statt. 17 Bläser besprachen sich in lockerer Atmosphäre. Zunächst wurde der Name "Ehemalige 54er des Blasorchesters Borgloh von 1954 e.V." festgelegt. An jedem 2. Freitag im Monat sollte in der Aula der Realschule Borgloh geprobt werden. Dabei sollte das Musizieren ohne Hektik und Stress ablaufen. Wichtig war allen Anwesenden, dass die Geselligkeit neben der Musik nicht zu kurz kommen sollte. Somit sollen auch immer wieder Termine zusammen mit den Partnern stattfinden.


Mit großer Begeisterung wurde am 12. November 2004 erstmalig geübt. Man ging davon aus, dass ein Dirigent nicht notwendig sei. Nach einem Jahr sollte dann doch ein Kapellmeister her. Der ehemalige Dirigent des Blasorchesters Borgloh, Herbert Holtgreife, übernahm gerne unter dem Slogan "Betreutes Blasen" die musikalische Leitung.




Die ehemaligen 54er der "Blaskapelle Borgloh von 1954 e.V."


Zu den jederzeit amüsanten Übungsabenden, die meist auch in der Borgloher Gastronomie enden, kamen immer mehr Auftritte. Geburtstagsständchen für Mitglieder oder deren Angehörige, kleine Konzerte der örtlichen Vereine, Unterhaltungskonzerte in der Dörenbergklinik, der Schüchtermannklinik, im "Haus Ledenhof" Osnabrück, bis hin zur musikalischen Gestaltung des Festgottesdienstes und Gartenkonzertes in Liebenau, zu dem die ehemaligen Borgloher Ordensschwestern eingeladen hatten. 2010 musizieren 24 aktive Musikerinnen und Musiker. Der älteste Bläser ist 78 Jahre, die jüngste Bläserin 38 Jahre alt. Nach einem positiven Rückblick auf die vergangenen Jahre können die Mitglieder zuversichtlich in die musikalische Zukunft schauen.