Josef SchweerBorgloh, Am Weinberg 11

Knapp 100 Meter vom Wohnhaus entfernt, steht in einem kleinen Busch versteckt eine besonders große, efeuumrankte Klause, ja fast eine kleine Kapelle. Aus derbem Backstein erbaut, hoch aufragend mit einem romanischen Rundbogen. Darüber, im Giebel des Spitzdaches, entdeckt man ein zugemauertes rundes Fenster, vielleicht ist es aber auch ein Medaillon, in dem früher eine Inschrift enthalten war. Auf der Rückseite befindet sich eine Öffnung zum Dachboden hin, aus der Anfang der 50er Jahre ein Strick hing. Beim Zusammenbruch des Reiches 1945 hatten sich nämlich dort die zwei französischen Hilfsarbeiter (Kriegsgefangene) des Hofes versteckt, um einer erneuten Gefangennahme zu entgehen, und wurden mit Hilfe dieses Strickes von der Familie Schweer vorsorglich mit Nahrung versorgt.


Die Klause, zu der zwei Stufen hinaufführen, ist durch eine halbhohe schmiedeeiserne Gittertür verschlossen. Die beiden Seitenfenster sind zugemauert und von der einen Seite bis zur anderen erstreckt sich ein schmaler Altartisch, dessen Vorderfront 3 Gefache aufweist, in denen man die folgenden drei Inschriften lesen kann:


Deinen Tod, o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit

Mein Jesus - Barmherzigkeit

Die Liebe kann man nicht begraben - Christus lebt


Über dem Altar hängt ein mächtiges schwarzes Holzkreuz mit einem hölzernen, mehr als einen Meter hohen Korpus, hellbraun gestrichen. Am unteren Kreuzbalken finden wir auf einer Tafel die Lukasworte:

Wer mein Jünger sein will, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach

Die Decke des Gebetshäuschens ist ein Kreuzgewölbe, dessen Schluss-Stein die Form des hängenden Gugelhupfs hat.


Die Klause soll um 1874 errichtet worden sein, nachdem Georg Heinrich Schweer, geb. Broxtermann, dessen Frau gestorben war, nunmehr seine verwitwete Schwägerin heiraten wollte. Dazu soll er eine Dispens gebraucht haben, und der Bau einer Klause soll ihm damals zur Auflage für die Heirat gemacht worden sein. Früher führte der Kirchweg von Hankenberge nach Borgloh an dieser Klause vorbei, aber heute ist der Weg an dieser Stelle zugebaut oder zugepflügt.