Peter RehmeBorgloh, Uphöfener Feld 2

An der Spitze, wo sich die Hauptstraße in die Allendorfer und Eppendorfer Straße gabelt, steht unübersehbar Rehmes Klause, aus Bruchstein gefertigt mit einem schiefergedeckten Spitzdach. Der Vorbau ruht auf zwei Holzsäulen mit korinthisch nachempfundenen Kapitelen. Im hölzernen Giebel ist eine ovale Platte angebracht mit der Inschrift:


Dem gekreuzigten Heiland Jesus Christus zu Ehr
Gesetz von Col. Christian Rehme + C.M. Ebker 1856

Die Klause ist, wie der Name sagt, verschlossen durch eine schmiedeeiserne Gittertür. In deren Mittelpunkt befindet sich ein Kreuz. Innen ist ein kleiner Altar eingemauert, über dem ein geschnitzter Holzrahmen angebracht ist. Dieser ist einem griechischen Tempeleingang nachempfunden und kunstvoll angefertigt mit je zwei Säulen auf beiden Seiten, ähnlich denen des Vorbaus. Darüber ist Gottes Auge, von einem Strahlenkranz umgeben, zu erkennen. Darunter stehend die königliche Madonna mit prächtig wallendem Gewand und der Sichel des Mondes. Auf dem Kopf trägt sie eine Krone, auf dem rechten Arm das Jesuskind. In der linken Hand hielt sie einen Gegenstand, vermutlich einen Palmenzweig, der abhanden gekommen ist.


Diese Madonna ist neueren Datums. Sie wurde von Peter Rehme Ende der 70er Jahre in Auftrag gegeben und nach Vorlage der sogenannten Osnabrücker Madonna in Eiche geschnitzt. Die Osnabrücker Madonna soll heute in Aaachen stehen. Die alte Klause, die ehemals an der gleichen Stelle stand, war einige Zeit vorher durch einen zurücksetzenden Bus stark beschädigt worden. In ihr hatte sich ein geschnitzter eichener Altarrahmen befunden, der noch erhalten geblieben ist und nun die neue Madonna umschließt. In dessen Mitte ragte früher ein Kreuz auf, flankiert von zwei hölzernen Statuen der Maria und des Johannes. Sowohl der Korpus des Kreuzes als auch die beiden Figuren wurden nach der Beschädigung der Klause gestohlen und nach Holland verschoben, wo sie bis heute unauffindbar blieben. Nur die beiden hölzernen Sockel, auf denen die Figuren standen, sind noch zu sehen.


Das frühere Altararrangement soll um 1700 entstanden sein und ursprünglich als Hausaltar im Hofgebäude gedient haben. Als sich Mitte des 19. Jahrhunderts drei Rehmebrüder im Priesterseminar zur Ausbildung auf ihren geistlichen Beruf vorbereiteten, sollen zwei davon an einer Infektion gestorben sein. Der Überlebende machte ein Gelübde: wenn er vom Tode verschont bliebe, würde er eine Klause auf Rehmes Grundstück (heute Spitze) errichten lassen. Dieses geschah dann auch 1856 in Verbindung mit dem damaligen Hofbesitzer Christian.
Die heutige Klause wurde nach der Beschädigung Ende der 70er Jahre von Peter Rehme restauriert und von Ernst Tschirley in Stein gesetzt. Die schmiedeeiserne Gittertür wurde von Heinz Rohling gestaltet.