Ein kurzer Ausflug in die Entstehung der Kohle

Kohle (vom altgermanischen kolo = Kohle) ist ein festes Sedimentgestein, das durch Karbonisierung (Inkohlung) von Pflanzenresten entstand. Dieses Sedimentgestein besteht zum größten Teil aus Kohlenstoff. Die Inkohlung ist also die Umwandlung von Pflanzenresten in Kohle.

Je länger nun die Inkohlung dauert, umso größer steigt der Anteil von Kohlenstoff an. Der Prozess verläuft über mehrere Stufen. Über die Bildung von Torf und Kohle, gelangt man hin bis zur Bildung von Graphit.


Pflanzenreste Torf Kohle Graphit


Graphit wird übrigens jedem bekannt sein, der schon einmal einen Bleistift benutzt hat. Der Name leitet sich nämlich aus dem griechischen "graphein" ab, und dieses bedeutet "schreiben". Man macht sich hier die Eigenschaft des Minerals zu Nutze, dass ein Abrieb der einzelnen Partikel auf einer rauen Oberfläche eine graue Ablagerung hinterlässt.

Wegen seiner elektrischen Leitfähigkeit nutzt man Graphit auch häufig zur Stromübertragung im Motor (Übergang Rotor → Stator = Kohlen).

Der Inkohlungsprozess wird in zwei Phasen unterteilt. Die erste einsetzende Phase ist die Biochemische, die direkt nach dem Absterben der Pflanzen beginnt und zur Vertorfung führt. Während dieser Phase nimmt der Kohlenstoffgehalt rasch zu.



Versteinerter Schuppenbaum

Die zweite einsetzende Phase ist die Geochemische Phase. In diesem Abschnitt spielen hauptsächlich Temperatur- und Druckverhältnisse für die weitere Entstehung eine Rolle. Der Wassergehalt nimmt stark ab und der Kohlenstoffanteil steigt weiter.









So ähnlich sah es wohl zur Unterkreide aus

Während des Karbon (vor etwa 280 Millionen Jahren) und des Perm wuchsen Urfarne und Sumpfwälder. Diese stellten unter den guten klimatischen Bedingungen (es herrschte ein sehr warmes und feuchtes Klima) riesige Massen an Biomasse dar.

Diese Biomassen häuften sich nach dem Absterben auf dem Boden an, bildeten Sümpfe und wurden regelmäßig durch andere Sedimente (Tone, Sand, Sandsteine) abgedeckt. Dies geschah z.B. durch Meereinbrüche, also Überflutungen, die z.B durch Eiszeiten hervorgerufen wurden. Dadurch sanken diese Schichten immer tiefer ab und bildeten die Flöze.





Kohleflöz, Bild Markus Schweiss

Je tiefer die Schichten absanken, umso höher wurde der auf sie einwirkende Druck. Die Qualität der Kohle steigt mit zunehmendem Druck und zunehmender Tiefe, da immer mehr Wasser aus der Kohle herausgepresst wird. Die Kohle wird immer härter und der Brennwert immer höher.



Wealdenkohle

Mit der Unteren Kreidezeit begann vor etwa 140 - 145 Millionen Jahren auch im Weser-Ems-Gebiet der letzte Abschnitt des Erdmittelalters. Die Untere Kreidezeit ist dabei die Nachfolgezeit des Jura.

Wealdenkohle wird Kohle genannt, die in der Unteren Kreidezeit, und zwar im "Berriasium", entstanden ist. Der Name stammt übrigens von einer englischen Ortschaft, nämlich Wealden ab. In dieser Ortschaft wurden die Schichten dieses ersten Zeitabschnitts der Unteren Kreidezeit, der etwa 5 Millionen Jahre dauerte, erstmals erforscht.

In der Unteren Kreidezeit herrschte, wie im Karbon, wieder ein tropisch-subtropisches Klima. Ganz Norddeutschland glich einem Sumpfwaldmoor, welches als Grundlage für die Entstehung von Kohleflözen gilt.

Im Teutoburger Wald kommt im Bereich von Borgloh und Oesede Wealdensteinkohle vor, die lange Zeit Gegenstand des Steinkohlebergbaus war.


Zeittafel
Millionen JahreEpocheAbschnitt
99,6 - 65,5Oberkreide
145,5 - 140,2Unterkreide Berriasium (Wealden)
145,5 - 99,6Unterkreide
199,6 - 145,5Jura