Die Kirchen der Samtgemeinde Borgloh

Die evangelische Kapelle in Wellendorf

Es wird berichtet, dass die zahlreichen evangelischen Christen von Eppendorf 1649 in kirchlichen Angelegenheiten nach Hilter bzw. Dissen, die evangelischen Christen von Dratum und den übrigen Bezirken des Kirchspiels nach Holte angemeldet wurden.

Praktisch wurde die Frage der religiösen Versorgung durch die Einrichtung der Schule und durch die Ansiedlung des Bergwerks, dessen Beamten zumeist evangelisch waren. Nach 1730 gibt es eine stärkere Anlehnung an das Trennungssystem, wie es in den engen Wohnräumen der Städte schon lange sichtbar war. Haustaufen durch den zuständigen Geistlichen von Hilter usw. sind vermerkt. Die Versorgung muss wohl immer hinreichend gewesen sein.

Im Jahre 1847 wird eine Petition an die Behörden geleitet, von 43 evangelischen Familienvorständen unterschrieben, wegen Abhaltung eines Gottesdienstes im Kirchspiel Borgloh, mit dem Hinweis auf die Entfaltung zur Kapellengemeinde. Dieser Gottesdienst wird dann regelmäßig im Haus des Blaufärbers Nienhaber (evang.), nahe bei der Dorfkirche Borgloh, abgehalten. Wie lange, ist nicht überliefert. Die Begräbnisgottes- dienste wurden immer in der katholischen Kirche gehalten. Glockenläuten und ähnliches waren und sind heute noch selbstverständlich.

Die Kapelle am Georgsschacht


1887, nach Auflösung des Bergwerks, da man nach Verwertung der Häuser suchte, wurde beim Georgsschacht-Mordsiek in Wellendorf, also etwas unzentral, im Maschinenhaus eine würdige Kapelle eingeweiht. Abwechselnd sollten Geistliche von Hilter, Holte und Georgsmarienhütte den Gottesdienst besorgen. Eine Umgliederung der Gläubigen aus dem Pfarrbezirk Holte nach Hilter erfolgte 1892. Damit war die Gruppierung der Kapellengemeinde eingeleitet. 1893 pachtete man vertragsmäßig den Raum vor der Klosterkammer.

In den 20er Jahren und später wurde dort regelmäßig Gottesdienst gehalten. Es kamen auch Herren aus Osnabrück, zur Freude der Gläubigen. 1937 richtete man den Kapellenraum neu her. Es ergab sich eine günstige Gelegenheit zum Ankauf des Geländes für die Summe von 11 000 RM.

Der Krieg kam, eine neue Bergwerksära und Ansiedlungen in Wellendorf vergrößerten die Gemeinde. Die Notwendigkeit, eine Kapelle, zentral gelegen, zu bauen, wurde 1957 erkannt. Man kaufte am 29.11.1957 einen Bauplatz auf dem Strubberg zum Preise von 2,50 DM/qm. Das Gelände umfasste die Größe von 1 Hektar.


Mittlerweile ist die Kapelle am Georgsschacht schon lange geräumt und verkauft worden (Oktober 1965). Eine neue Kapelle aber ist noch nicht auf dem seinerzeit erworbenen Gelände errichtet worden.



 Die Kapelle 1979



















Quellenangabe:
Artikel von Pfarrer Johannes Sierp aus "900 Jahre Borgloh"
Foto von 1979: Heinrich Grothaus