Der Tod ist das Tor zum Leben

Der Friedhof in Borgloh

Bis zum Jahre 1821 wurden alle Toten unseres Dorfes auf dem Kirchplatz begraben. Der Friedhof war um die Kirche herum angelegt. Der Weg zum Kirchenportal war somit von Gräbern eingerahmt.

Die verstorbenen Priester bestattete man nicht draußen, sondern in einer Gruft unter der Kirche. Die Adeligen von Gut Dratum zu Uphöfen und aus dem Haus Borgloh in Ebbendorf dagegen wurden an der Kirchhofsmauer beerdigt. Ihre Gräber deckte man mit einer Steinplatte zu. In ihr war meist das Bild des Verstorbenen eingehauen und eine Inschrift eingemeißelt. Eine davon ist bis heute erhalten geblieben und in die Mauer des Kirchplatzes (gegenüber Thiemeyer) eingebaut worden.

Der Friedhof auf dem Kirchplatz bot schließlich nicht mehr genügend Platz. Deshalb entschied man sich, 1821 an der Kirchstraße einen neuen Friedhof anzulegen. 1955 wurde er um ein großes Stück erweitert. Am Verlauf der Friedhofsmauer lässt sich allerdings erkennen, wo der alte Friedhof früher endete.

1956 wurden auf dem abfallenden Gelände des Friedhofs Terassen angelegt und mit Büschen und Bäumen bepflanzt. Seit dieserZzeit sieht unser Friedhof wie ein Park aus.


Die alte Friedhofskapelle erbaut 1964


Als 1964 die Friedhofskapelle gebaut wurde, atmeten viele Borgloher erleichtert auf. Jetzt brauchten die Toten nicht mehr im Haus aufgebahrt zu werden.

Die Kapelle wurde an das Ende der Achse des Hauptweges gestellt, der den bisherigen Friedhof der Länge nach durchzieht. Die Haupteingangstür der Friedhofskapelle wird von zwei Nebentüren - sämtlich in solider Handwerksarbeit hergestellt - flankiert. Alle drei enthalten kreuzförmige bunte Glasfenster. Das Vordach ruht auf vier Pfeilern.

Der Raum für die Trauernden, in dem auf einem erhöhten Podest der Tote aufgebahrt wird, erhält durch die in die Seitenwände eingebauten mehrfarbigen Glassteine ein gedämpftes Licht.

Vom Friedhof aus gesehen schaut man auf ein großes Steinkreuz vor der Friedhofskapelle. Rechts und links von ihm halten vier kleinere Kreuze das Andenken an Geistliche fest, die in den letzten 80-100 Jahren Pfarrer in der Kirchengemeinde waren.



Die Friedhofskapelle 1964 - 1995




Die neue Friedhofskapelle erbaut 1995

Anfang November 1995 wurde die neue Friedhofskapelle in Borgloh eingeweiht. Seit 1986 wurde fortwährend im Rat der Gemeinde und in der Kirchengemeinde untersucht und diskutiert, ob man die alte Friedhofskapelle erweitern könne, oder ob es sinnvoller sei, eine neue zu bauen. Wegen der umliegenden Gräber konnte jedoch die vorerst gewünschte Erweiterung nicht derart realisiert werden, um auch in Zukunft den Anforderungen gerecht zu werden.

Erst im Jahre 1989/90 wurde der endgültige Entschluss gefasst, eine neue Friedhofskapelle zu bauen. Die Vorteile, die uns durch den Neubau heute gegeben sind, wären bei einer Erweiterung der alten Friedhofskapelle nur zum Teil oder gar nicht möglich gewesen.

Als Grundriss wurde ein Achteck gewählt. Die Überlegung hierzu war, dass sich dadurch die Angehörigen besser um den Sarg versammeln können. Bei einer Rechteckform ist man gezwungen vor dem Sarg Platz zu nehmen. Der Innenraum wurde nach oben hin offen gehalten. So entsteht ein Eindruck von Weite und Höhe, in dem die Seele des Verstorbenen verschwinden kann.

Der Neubau hat nun eine Sitzkapazität von 50 Plätzen, die auf 80 Plätze erweiterbar ist. Da noch viele Stehplätze eingenommen werden können, müssen die Trauernden nicht, wie früher üblich, draußen stehen.

Aufgrund der nunmehr zwei vorhandenen Totenkammern können heute theorethisch drei Tote gleichzeitig aufgebahrt werden. In der alten Kapelle konnte, wenn es nötig wurde, ein zweiter Sarg höchstens in eine "kleine Abstellkammer" geschoben werden. Dieses war alles andere als würdevoll. Die beiden Totenkammern wurden in den vorhandenen Nordhang des Schulhofes hineingebaut und mit Erde überdeckt. Durch Ausnutzung dieser topographischen Lage werden die Totenkammern auf natürliche Weise gekühlt.

Der Platz auf der zu der Zeit noch freien Erweiterungsfläche zwischen altem und neuem Friedhof wurde deshalb ausgewählt, weil an dieser Stelle der Neubau etwas höher liegt, so dass er gut sichtbar ist. Außerdem wurden wegen der Bodenbeschaffenheit an genau dieser Stelle keine Grabstätten zugelassen.Wenn der Friedhof irgendwann bis zur geplanten Erweiterungsfläche ausgebaut ist, wird die neue Friedhofskapelle genau in der Mitte des Friedhofes liegen.