Die Geschichte der Meyerhöfe

Meyer zu Eppendorf

Im Jahre 1080 stellt Graf Welzel, zugleich Verwalter oder Vogt von Iburg, von Eppincslot aus, notariell einige Lehen fest. Graf Welzel wohnt in Eppincslot = Eppendorf. Bischof Benno II. hat die Bergteile (Rehagen) mit dem königlichen Forstbann und den Königshof Dissen bekommen. Das Kloster Iburg erhält den Wald von Iburg trotz der Glaner Bauern bis Hankenberge und bis Dissen. Bischof Benno hat in Eppendorf Versorgungsinteressen, sogenannte Tafelgüter.

Der Meyerhof ist daher vermutlich in der karolingischen Zeit entstanden und ist ein Vollerbe. Bischof Benno leitet eine Entwicklung ein, die den Hof nach Dissen zieht. Trotz allem bleibt der Meyer zu Eppendorf ein Hof des Kirchspiels Borgloh, wenn auch Meyer zu Eppendorf von da an Vorwerk für Dissen genannt wird.


Wesentlich ist ferner die Tatsache, dass der Besitzer stets landesherrlicher Eigenbehöriger und Mitglied der fürstbischöflichen Hausgenossenschaft des Meyers zu Stockum war. Diese waren unter anderem von den "Rundefahrten", von Jagd - und Wachdiensten sowie den Gogerichtensdiensten frei. Sie tagten um 1800 alljährlich am 10. September in der Osnabrücker Wirtschft Klövekorn. In der gleichen Urkunde wird Meyer zu Eppendorf als der "Redemeyer" der Genossenschaft bezeichnet.


Vermutlich ist Meyer zu Eppendorf mit der "Balkenschleden" des Bischöflichen Tafelregisters vob 1240 identisch, diese Angabe ist aber nicht eindeutig. Wir finden die vermutlich erste Erwähnung im Staatsarchiv Osnabrück, Kopfschatzregister um 1512. Die Größe des Meyerhofes betrug 40 Maltersaat, 5 Scheffelsaat und 35 Quadratruten, was rund 54 Hektar entspricht.


Außer den Zehnt-Abgaben hatte der Meyer zu Eppendorf auch persönliche Abgaben an den Bischof zu leisten.


1835 wurde der Meyer zu Eppendorf frei und die Eigenbehörigkeit abbestellt. Nachfolgend der Abbestellungskontrakt:


Nach dem von dem Colonus Johann Meyer zu Eppendorf, Kirchspiels Borgloh, Amts Iburg, als jetzigem, wirklichem d. h. nicht maljährigem Besitzer der nach Hausgenossenrecht bisher im Leibeigentum der Allergnädigsten Herrschaft gestandenen Meyers vollerbigen Stätte auf die Abstellung des Eigentumsverbandes nach Maßgabe der königlichen Verordnungen vom 10. Nov. 1831 und 23. Juli 1833 angetragen und diesem Antrage von königlicher Domänenkammer unter Autorisation des königlichen Finanzministers stattgegeben wurde.
So ist darüber nach geflogener Unterhandlung folgendender Ablösungsprozeß verabredet und geschlossen worden:


§ 1 Die Eigenbeörigkeit der Meyers Stätte und deren jetzigen und künftigen Besitzer wird damit für völlig aufgehoben erklärt.


§ 2 Die Besitzer des genannten Meyers Colonates sind daher von jetzt an frei und erhalten mit dem vollem Eigentum der Stätte diejenigen Rechte welche dem oben genannten Gesetze den freigewordenen Höfen zusichern.


§ 3 Für diese Aufhebung der Eigenbehörigkeit und deren sämtlichen Folgen zahlt der Colon Johann Matthias Meyer das durch gütliche Vereinbarung auf 525 Reichstaler Courant festgesetzte Ablösungskapital sofort bar und in einer Summe an die Rentei des Amts Iburg aus. Sollte die Zahlung binnen spätestens 4 Wochen nach Vollziehung dieses Kontraktes nicht erfolgen, so wird das Kapital mit den Verzugszinsen sofort gerichtlich eingeklagt und ist denselben für diesen Fall der bisherige Vorzug der abgelösten Rechte ausdrücklich reserviert.


§ 4 Die bisherigen bestandenen gutsherrlichen Abgaben und Leistungen sind nach wie vor als Grundlasten des Colonates bei Vermeidung der gesetzlichen Zwangsmittel zu entrichten und versteht es sich von selbst, dass königliche Domänenkammer die entsprechenden Prioritätsrechte vorbehalten bleiben.


§ 5 Die Kosten der Bestätigung dieses Kontraktes durch die Ablösungskommission und die Kopien zahlt der Colon Meyer. Sonstige Gebühren werden nicht gefordert.
Zur Urkunde ist dieser Kontrakt 4fach ausgefertigt und sowohl von dem Colon Johann Matthias Meyer, als auch dem von königlicher Domänenkammer speziell dazu bevollmächtigten Amtsassesor Jacobi zu Iburg gezeichnet worden.


So geschehen: Iburg am 14. Dezember 1835