Haus Borgloh

Wer von Borgloh über Renkenören nach Osnabrück fährt, bemerkt bald hinter einer großen Rechtskurve auf der rechten Seite einen stattlichen Bauernhof, der sich heute im Besitz der Familie Frerich befindet. Es ist ein uralter Rittersitz.

1461 erhielt ihn Engelbert von Glane vom Bischof zu Osnabrück als Lehen, und Albrecht von Cappel zu Wallenbrück schuf 20 Jahre später daraus das "Gut Borgloh", das seit dieser Zeit auch "Haus Borgloh" genannt wird. Albrecht von Cappel war ein bischöflicher Drost und durfte für seine Dienste den Reingewinn der landesherrlichen Bergwerke zu Borgloh in seine eigene Tasche stecken.

Durch Erbschaft und Verheiratungen ging das Gut in vielerlei Hände über, bis es 1664 in den Besitz des Dr. jur. Johann Itel von Schorlemer kam. Er war ein einflussreicher und hochangesehener Mann, Gaugraf von Iburg und Osnabrück, Advokat und Syndikus des Osnabrücker Domkapitels. Unter seinen Enkeln waren die Brüder Arnold Ludwig und Johann Itel von Schorlemer, die der Schrecken der ganzen Gegend gewesen sein sollen. Beide bewohnten sie das Haus Borgloh, und die Sage berichtet, dass sie ein wüstes und gottloses Leben führten. Sie veranstalteten ausschweifende Trinkgelage und hatten ihr größtes Vergnügen an der Jagd. Es machte ihnen gar nichts aus, auf ihren Jagdzügen durch die Felder mit wogendem Getreide oder grüner Saat zu reiten und dadurch den Bauern großen Schaden zuzufügen.


Obwohl sie reich an Grund und Boden waren, versuchten sie immer wieder, sich fremdes Land auf unredliche Weise anzueignen. Nachts gruben sie Grenzsteine aus und versetzten sie zu ihren Gunsten und vergrößerten dadurch ihr Land. Aber Gottes Strafe blieb nicht aus. Nachdem ein früher Tod ihrem Treiben ein Ende gesetzt hatte, mussten sie fortan, so erzählt man sich, besonders an stürmischen Nächten, an den Grenzen ihres Ackerlandes ruhelos und keuchend unter der schweren Last der Grenzsteine umhergehen und die Vorübergehenden fragend anrufen:"Wo sall ick en lauten?"?

Da bisher noch kein Mensch gewagt hat, ihnen eine Antwort zu geben, werden sie wohl auf diese Weise noch lange für ihre Missetaten büßen müssen. Die Sage erzählt, dass die beiden Brüder Isel und Orend (gemeint sind Itel und Arnold) noch heute in der Geisterstunde die Gegend am Kaffsack unsicher machen. Sie liegen in der Kirche zu Borgloh unweit der Taufkapelle unter den Fliesen begraben.




Haus Borgloh


Nach dem Tode der beiden Schorlemer Brüder ging das Haus Borgloh 1760 in den Besitz der Familie von dem Bussche-Hünnefeld über.


Wappen der Familie von dem Bussche



Noch heute befindet sich über der Tür des Hauses das Wappen dieser Familie. 1878 wurde Haus Borgloh verkauft, und seit 1881 befindet es sich im Besitz der Familie Frerich.