Haus Brandenburg

An der Alten Straße liegt hinter der Einmündung der Eichholzstraße ein altes natursteinernes Haus, dessen Äußeres heute kaum noch verrät, dass es eine interessante, bewegte und für Borgloh nicht unbedeutende Geschichte gehabt hat.

Es ist das Haus Brandenburg, das, so kann man in alten Chroniken nachlesen, ab 1556 von einem Bauern namens Johann Sack bewohnt wurde. Dieser Colon Sack hat so manches Mal Unruhe oder Aufsehen erregt, besonders, da er Ländereien aus kirchlichem Besitz seinem eigenen Gutshof einverleibte. Begründet wurde diese "Landnahme" durch Vorrechte die er aufgrund seiner adeligen Abstammung habe.

Unter den Vorfahren von Johann Sack befand sich auch Gerhard Sack, der um 1200 herum eine hohe Stellung am bischöflichen Hofe bekleidete. Außerdem soll er an einem der Kreuzzüge gegen die Türken teilgenommen haben. Als sicher gilt, dass sich Gerhard Sack, nachdem das Dorf im alten Borgloh abgebrannt war, für den Neuaufbau des Dorfes an der jetzigen Stelle einsetzte. Außerdem soll die Familie Sack 1170 das Kloster Oesede gestiftet und gegründet haben.

Johann Sack wurde zum Vogt des Kirchspiels Borgloh ernannt, und seitdem sind aus dem Sackhof, viele Borgloher Vögte und Pastoren hervorgegangen. Als 1654 der letzte Vogt Sack starb, heiratete die Hoferbin Anna Sackden jungen Johann Henricus Brandenburgvom Gut Brandenburg bei Bissendorf.

Drei Generationen wohnten im Haus Brandenburg die Brandenburger, bis Jürgen Heinrich Brandenburg starb und seine Witwe darauf den Besitzer des Hauses Hagen heiratete.

Anschließend wird das Haus fast 100 Jahre von dem Notar Mathias Kruse, einem Bruder der Besitzerin, und seinen Nachkommen bewohnt. Nach dem Tod von Heinrich Kruse, der das Amt des Vogtes von Borgloh von 1763 bis 1832 bekleidete, wurde das Gut Brandenburg an den Bauern Ernst Heinrich Maune verkauft, der es aber schon 1870 an den Neubauern Stiene-Brinkmann weiterverkaufte. Nachdem 1900 ein großer Brand weite Teile des Hofes einäscherte wurde daraufhin nur noch das Wohnhaus in verkürzter Form wiederhergestellt. Heute ist das Haus noch in gleicher Weise erhalten und im Besitz der Familie Hörmeyer.



Haus Brandenburg, wie es früher einmal aussah.